Aufatmen auf dem Frankfurter Parkett. Nach dem Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten am Vortag hat der Dax am Freitag eine deutliche Gegenbewegung gezeigt. Der Leitindex gewann 1,17 Prozent auf 25.231,20 Zähler. Damit grenzte das Barometer sein Wochenminus auf 0,7 Prozent ein. Der Test der langfristig wichtigen 200-Tage-Linie ist damit vorerst geglückt. Auch der MDax der mittelgroßen Werte zog an und schloss 0,66 Prozent fester bei 30.450,00 Punkten.
Der Grund für die plötzliche Zuversicht: Ein unerwartet schwacher Arbeitsmarktbericht aus den USA. Was auf den ersten Blick negativ für die Wirtschaft klingt, ist für Aktienanleger eine Erleichterung. Die Zahlen nehmen den Druck von der Zins- und Inflationsfront. Während sinkende Renditen an den Anleihemärkten die Kurse stützten, sorgten zeitgleich nachgebende Ölpreise für Entlastung bei den Unternehmen.
Halbleiterwerte im Höhenflug
Besonders stark präsentierte sich der Technologiesektor. Im Kielwasser neuer Rekordstände am US-Technologieindex Nasdaq 100 griffen die Investoren beherzt bei Chipwerten zu. Infineon setzte sich mit einem Kurssprung von 8,8 Prozent an die Spitze des Dax. Auch der Baukonzern Hochtief mit plus 2,8 Prozent und der Energietechnikkonzern Siemens Energy mit plus 2,0 Prozent profitierten von der anhaltenden Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz.
In den Nebenwerten setzte sich diese Dynamik ungebremst fort. Die Zulieferer Aixtron, Siltronic, Suss Microtec und Jenoptik legten zwischen 5,9 und 7,6 Prozent zu. Für Elmos ging es um 3,8 Prozent nach oben, während der Laserspezialist LPKF an der SDax-Spitze knapp 5,9 Prozent kletterte.
Katerstimmung bei Kion und Auto1
Nicht überall herrschte jedoch Kauflaune. Empfindlich reagieren Anleger derzeit auf Signale aus den Chefetagen kurz vor der anstehenden Berichtssaison. Die Papiere des Logistikunternehmens Kion brachen um 7,7 Prozent ein. Der Grund: Die Analysten von JPMorgan befürchten eine Gewinnwarnung. Auch die Sorge vor sinkenden Gewinnschätzungen drückt die Stimmung. Das bekam der Gebrauchtwagenhändler Auto1 zu spüren, dessen Anteile um 4,8 Prozent absackten.
Entkoppeln konnten sich hingegen die deutschen Sportartikelhersteller. Während eine schwache Prognose des US-Riesen Nike die Branche verunsicherte, hielten sich Adidas mit plus 1,0 Prozent und Puma mit minus 0,7 Prozent vergleichsweise stabil. Händler stuften die Probleme des US-Konzerns als überwiegend hausgemacht ein. Bei den Rüstungswerten setzte sich Hensoldt mit einem Plus von 3,1 Prozent ab, gestützt von einer Kaufempfehlung des Analysehauses Kepler Cheuvreux.
Heute, 18:19
Bei Google bevorzugen