Tesla meldete für das zweite Quartal 480.126 Auslieferungen. Damit lag der Elektroautohersteller deutlich über Erwartungen der Wall Street. Und dennoch knickte die Aktie nach den Daten ein.
Tesla hat mit den Auslieferungszahlen für das zweite Quartal die Erwartungen der Analysten geschlagen. Der Elektroauto-Pionier lieferte 480.126 Einheiten aus. Plus 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 34 Prozent mehr gegenüber dem ersten Quartal. Die Analysten hatten im Vorfeld im Mittel 406.600 Einheiten auf dem Zettel.
Trotz der starken Zahlen ging die Tesla-Aktie am Donnerstag um 7,5 Prozent niedriger aus dem Handel. Der schlechteste Tag seit fast einem Jahr.
Tesla versucht derzeit, die Verkäufe wieder anzukurbeln, nachdem ein Teil der Kundschaft wegen Elon Musks politischer Aussagen, seiner Nähe zur Trump-Regierung und des Wegfalls einer US-Steuergutschrift abgesprungen ist. Zusätzlich verschärft sich der Wettbewerb durch günstigere und technologisch attraktive Modelle chinesischer Hersteller wie BYD, Nio und Xiaomi.
Zur Belebung der Nachfrage verkauft Tesla inzwischen günstigere Varianten von Model 3 und Model Y und bietet sein Fahrerassistenzsystem Full Self-Driving in einigen europäischen Märkten an.
Kurz zusammengefasst
• Tesla hat im 2. Quartal mehr Autos ausgeliefert als von den Analysten erwartet.
• Trotzdem fiel die Aktie deutlich: Anleger bleiben skeptisch wegen der Konkurrenz aus China und politische Kontroversen um Musk.
• Wichtig für die Kursentwicklung sind Erfolge im Bereich Optimus, KI und FSD.
Die Analysten sehen die Tesla-Auslieferungen positiv, bleiben aber bei der Aktie vorsichtig bis neutral gestimmt. Tenor: Das Kerngeschäft Auto erholt sich, besonders Model 3/Y und Europa, aber für die langfristige Bewertung sind KI, FSD, Robotaxi und neue Fahrzeuge wichtiger als die reinen Auslieferungszahlen.
Rajat Gupta von JPMorgan etwa sieht eine Beschleunigung der Verkäufe bei den klassischen Modellen und hält die Robotaxi-Entwicklung für einen möglichen positiven Katalysator. Gupta hob die Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 an.
William Stein von Truist betont, dass für die Kursentwicklung der Tesla-Aktie KI-Projekte und neue Fahrzeuge wichtiger als die reinen Auslieferzahlen seien.
Tesla hat mit Auslieferungszahlen überzeugt. Dennoch: Der Verkauf von Elektroautos rückt bei Tesla mehr und mehr in den Hintergrund. Tesla wird als „AI-Play“ gespielt. Die Investoren bewerten Tesla zunehmend als eine Kombination aus KI-Unternehmen, Robotaxi-Plattform, Hersteller von Humanoiden Robotern und Chips. Mit dem Kursrutsch ist die Aktie unter die 50-Tage-Linie sowie die 100-Tage-Linie gerutscht. Support gibt es in der Range zwischen 385 und 395 Dollar.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 10:13