09.11.2018 Jonas Lerch

Tesla: „Die Nachfrage ist ausgereizt“

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Der legendäre Fondsmanager David Einhorn ist als großer Tesla-Skeptiker bekannt. Zuletzt prophezeite er dem Elektropionier eine Pleite ähnlich wie Lehman Brothers. Jetzt geht der Fight zwischen Einhorn und Tesla-Chef Elon Musk in die nächste Runde.

„Im dritten Quartal hat Tesla den Höhepunkt erreicht“, erklärte Einhorn in einem Investoren-Call und bezieht sich dabei auf die Nachfrage des Model 3. Tesla-Chef Elon Musk müsse sich auf eine nachhaltig starke Nachfrage der teuren Option des Model 3 verlassen. „Wir glauben, dass die Kundennachfrage, die sich das teuerste Model 3 leisten können, ausgereizt ist.“ Im dritten Quartal lag der durchschnittliche Verkaufspreis des Model 3 bei 60.000 Dollar. Musk plant längerfristig sogar ein 35.000-Dollar-Model 3 auf den Markt zu bringen – was den Durchschnittspreis erheblich verringern würde.

Förderung läuft aus

Doch nicht nur Preisnachlässe sorgen zukünftig für weniger Nachfrage im höheren Preissegment. Auch der Staat könnte die Kauflaune ab 2019 etwas eintrüben. Aktuell ist jedes zweite E-Auto in den USA ist ein Tesla, berichtete die Webseite InsideEVs. Das dürfte vor allem an den staatlichen Käufer-Zuschüssen von 7.500 Dollar liegen. Doch diese laufen schon ab nächstem Jahr schrittweise aus. Ab Juli 2019 beträgt die Förderung lediglich 1.875 Dollar. Das Problem: Tesla ist als erster von der fehlenden Geldspritze betroffen, da der staatliche Zuschuss ab 200.000 verkauften E-Autos pro eingestellt wird. Diese Zahl hat Tesla in diesem Jahr erreicht.

Der Konkurrenz aus Deutschland spielt das USA-Förderprogramm in die Karten. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg planen die Wolfsburger ein E-Auto für 21.000 Dollar auf den Markt zu bringen – 14.000 Dollar günstiger als das günstigste Model 3. Es bleibt also abzuwarten, ob Tesla trotz auslaufender Geldspritze vom Staat und einem günstigen 35.000-Dollar-Modell tatsächlich an der hohen Rohmarge von über 20 Prozent festhalten kann.

Das macht die Aktie

Die Tesla-Aktie konnte durch die guten Quartalszahlen den kurzfristigen Abwärtstrend überwinden. Doch bislang fehlt noch der finale Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung. Den wichtigen Widerstand im Bereich 350 Dollar konnte der Titel in diesem Jahr noch nicht nachhaltig überwinden. Deshalb rät der AKTIONÄR weiterhin abzuwarten.