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12.07.2021 Benedikt Kaufmann

Tencent bekommt die nächste Regulierungs-Keule ab

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Tencent

Erst die Sperre der App von DiDi, dann das Verbot der Fusion von Huya mit Douyu – und jetzt gerät auch noch Tencent Music Entertainment in den Fokus der Regulierungsbehörden.

Laut einem Reuters-Bericht, der sich auf zwei Insider beruft, planen die chinesischen Wettbewerbsbehörden, dass Tencent Music Entertainment ihre exklusiven Musiklizenzen an seine kleineren Konkurrenten freigeben muss.

Bereits im Frühjahr haben die Exklusiv-Deals von Tencent Music mit den großen Musikstudios wie Sony, Universal oder Warner für Ärger mit den Regulierungsbehörden gesorgt. Denn die Verträge gaben nicht nur das Recht, die Musik für die eigene Plattform zu verwenden, sondern auch das Recht zur weiteren Lizenzierung an kleinere Konkurrenten. Schon damals musste der Streaming-Dienst Kompromisse eingehen und zusagen, dass er in Zukunft das Recht zur Sub-Lizenzierung an kleinere Konkurrenten aufgibt.

Bei einzelnen Künstlern behielt sich Tencent Music jedoch weiterhin das Exklusiv-Recht zur Sub-Lizenzierung vor. Doch auch damit dürfte jetzt Schluss sein.

Darüber hinaus soll der Streaming-Dienst laut Reuters eine Strafe in Höhe von 500.000 Yuan (rund 65.170 Euro) kassieren – jedoch nicht aufgrund der Exklusiv-Verträge, sondern aufgrund fehlerhafter Berichte bei der Übernahme von Kuwo und Kugou. Eine deutlich geringere Strafe als der befürchtete erzwungene Verkauf der beiden Musik-Streamer.

Die Offensive der chinesischen Regulierungsbehörden hat der Aktie von Tencent Music Entertainment bereits Ende März massive Kursverluste beschert. Der aktuelle Reuters-Bericht zeigt, dass die Regierung noch lange nicht alle Maßnahmen ausgeschöpft hat. Erneut reagiert die Aktie im deutschen Handel mit einem Minus.

Trotz solider Zahlen und der Marktführerschaft in einer attraktiven Wachstumsbranche hält damit die Unsicherheit am Markt an. Anleger bleiben im anhaltenden Abwärtstrend weiterhin auf Abstand zur Aktie von Tencent Music Entertainment. Insbesondere, da der erzwungene Verkauf von Kuwo und Kugou noch nicht endgültig vom Tisch ist und noch immer eine milliardenschwere Strafe im Raum schwebt.

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