Snap hat mit seinen Zahlen zum dritten Quartal die Anleger enttäuscht. Die Aktie der Snapchat-Muttergesellschaft brach im nachbörslichen Handel um 9,8 Prozent ein. Zwar konnte der Konzern beim Gewinn überzeugen, doch Umsatz und Nutzerwachstum blieben hinter den Erwartungen zurück.
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent. Damit verfehlte Snap den Analystenkonsens allerdings leicht.
Erfreulicher fiel die Entwicklung beim Ergebnis aus: Der GAAP-Gewinn je Aktie lag mit drei Cent über der Schätzung von einem Cent. Das bereinigte EBITDA erreichte 383 Millionen Dollar und übertraf damit die erwarteten 337 Millionen Dollar deutlich.
Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 56,5 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Snap noch einen Verlust von 103,5 Millionen Dollar verbucht.
Werbegeschäft bleibt die Baustelle
Für schlechte Stimmung sorgte vor allem das Nutzerwachstum. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAU) legte im Jahresvergleich zwar um vier Prozent auf 495 Millionen zu, blieb damit aber unter den erwarteten 499 Millionen. Auch das Werbegeschäft entwickelt sich nicht nach den Vorstellungen des Managements. CEO Evan Spiegel räumte ein, dass das Wachstum der Werbeumsätze weiterhin hinter den eigenen Ambitionen zurückbleibt.
Zusätzliche Fragen wirft eine Änderung bei der Berichterstattung auf: Ab 2027 will Snap die Zahl der täglich aktiven Nutzer nicht mehr veröffentlichen und stattdessen monatlich aktive Nutzer ausweisen. Anleger könnten darin ein Warnsignal sehen, weil die bisherige Kennzahl wichtige Hinweise auf das tatsächliche Engagement der Nutzer liefert.
JPMorgan senkt Kursziel
Auch von Analystenseite kommt Gegenwind. JPMorgan senkte das Kursziel von sechs auf fünf Dollar und bestätigte die Einstufung Underweight. Damit bleibt die US-Bank skeptisch gegenüber den weiteren Aussichten des Konzerns.
Die Rückkehr in die Gewinnzone ist ein Lichtblick. Doch Snap muss beweisen, dass sich die große Nutzerbasis auch in stärkeres Umsatzwachstum übersetzen lässt. Nachbörslich ging es wegen des schwachen Werbegeschäfts um elf Prozent abwärts. Leser von DER AKTIONÄR hatten bereits im Vorfeld der Zahlenvorlage einen Gewinn von 15 Prozent erzielt, da die Aktie bereits am 30. Oktober unter den Stoppkurs bei 5,00 Euro gefallen war. Ein Neueinstieg drängt sich nicht auf.
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