25.06.2008 Leon Müller

SMA Solar Technology drängt aufs Parkett

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Trendthema

Mit dem Börsengang der SMA Solar Technology AG fiebert Frankfurt dem größten IPO des Jahres entgegen. Der Weltmarktführer im Bereich Wechselrichter für Solaranlagen will im Zuge seines öffentlichen Angebotes bis zu 400,4 Millionen Euro erlösen.

Unbeeindruckt von der Absage des IPOs des deutsch-chinesischen Solarunternehmens Sinosol, hält die SMA Solar Technology AG an ihren Börsenplänen fest. Das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel stellt Wechselrichter her und bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer in diesem Bereich. Wechselrichter bilden das Herzstück jeder Solarstromanlage, indem sie den erzeugten Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom umwandeln. Die Produkte von SMA Solar kommen jedoch nicht nur in Solarstromanlagen zum Einsatz, sondern beispielsweise auch bei Windkraftwerken.

Umsatzverdreifachung bis 2010

Aus der von 40 bis 52 Euro reichenden Preisspanne ergibt sich eine Marktkapitalisierung zwischen 1,4 und 1,8 Milliarden Euro. Angesichts eines in 2006 erwirtschafteten Umsatzes von 193 Millionen Euro ein ambitionierter Wert. Doch bereits 2007 hat das Unternehmen 327 Millionen Euro umgesetzt – ein Plus von über 69 Prozent. Der Überschuss legte sogar noch kräftiger zu. Er stieg um 80 Prozent auf 36,8 Millionen Euro. Die Analysten rechnen mit einer Fortsetzung dieser Wachstumsgeschichte. So soll SMA Solar Prognosen zufolge bis 2010 bereits eine Milliarde erlösen und 150 Millionen Euro verdienen – nach Steuern wohlgemerkt. Daraus errechnet sich am oberen Ende der Preisspanne ein 2010er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12. 2009 dürfte es bei 17 liegen.

Größtes IPO des Jahres

Mit einem Volumen von bis zu 400,4 Millionen Euro ist der Börsengang der Hessen der größte des Jahres in Frankfurt. Zur Zeichnung stehen bis zu 7,7 Millionen Aktien, darunter 2,7 Millionen aus der am 22. Juni beschlossenen Kapitalerhöhung. Hinzu kommen bis zu fünf Millionen Papiere aus dem Eigentum der abgebenden Aktionäre, wovon eine Million auf die Mehrzuteilungsoption entfällt. Die Zeichnungsfrist für Privatanleger endet am 26. Juni um 12.00 Uhr, institutionelle Investoren haben noch bis 15.00 Uhr Gelegenheit ihre Orderaufträge zu platzieren. Die Notierungsaufnahme soll am 27. Juni erfolgen, wobei der Einzug in den streng regulierten Prime Standard angestrebt wird. Begleitet wird das Unternehmen von der Citigroup, der Deutschen Bank sowie der Commerzbank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Langfristig gute Aussichten

Die SMA Solar Technology AG überzeugt mit hohen Wachstumsraten und einer herausragenden Wettbewerbsposition. Die Bewertung erscheint im gegenwärtigen Marktumfeld zwar ambitioniert, wird jedoch durch die positiven Aussichten aufgewogen, weswegen Der Aktionär risikobereiten Anlegern zur Zeichnung rät. Die Tatsache, dass sich die Altaktionäre von bis zu fünf Millionen Aktien trennen, sollte dabei nicht abschrecken. Auch im Falle einer vollständigen Platzierung dieser Papiere würden die bisherigen Eigentümer im Besitz von 74 Prozent der ausstehenden Anteile bleiben. Die vorbörslichen Taxen im Telefonhandel jedenfalls lassen auf ein hohes Interesses seitens der Börsianer und damit auf einen Erfolg des Börsengangs schließen.