16.04.2020 Maximilian Völkl

Siemens: Platzen die IPO-Pläne jetzt noch?

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Siemens

Die Corona-Pandemie trifft vor allem ohnehin angeschlagene Konzerne hart. Siemens dürfte hingegen auch dank seiner Konglomeratsstruktur robust durch die Krise kommen. Doch die Pläne für den Börsengang der Tochter Siemens Energy könnten ins Wackeln geraten, nachdem sich die Lage im kriselnden Turbinengeschäft weiter verschärft.

Offiziell hatte Siemens zuletzt betont, an den IPO-Plänen festzuhalten. Doch das Magazin Capital berichtet, dass im Aufsichtsrat der Widerstand wächst. Notfalls müsse der Börsengang im September demnach verschoben werden.

Zweifel gibt es zum einen an der Abstimmung auf einer rein virtuellen Hauptversammlung, die für den Beschluss des Spin-offs nötig wäre. Zum anderen sind die Umsätze im Turbinengeschäft, die bereits vor Corona rückläufig waren, zuletzt noch einmal massiv eingebrochen. Vor allem der Ölcrash belastet das Geschäft. Im Kontrollgremium sollen deshalb die Bedenken zunehmen, dass die „Börsenstory“ von Siemens Energy nicht mehr tragfähig sei.

Siemens (WKN: 723610)

Der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser dürfte an den Plänen festhalten. Er will selbst in den Aufsichtsrat von Siemens Energy wechseln. Platzt das IPO jedoch, wäre das ein herber Rückschlag beim Umbau. Aktuell ist es aber noch zu früh für solche Szenarien. Wer bei Siemens investiert ist, kann an Bord bleiben.