20.04.2020 Maximilian Völkl

Siemens: Klare Worte von Joe Kaeser

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Siemens

Siemens-Chef Joe Kaeser ist bekannt dafür, sich häufig auch zu politisch und wirtschaftlich brisanten Themen zu äußern. Auch in der Corona-Krise ist er nicht um klare Worte verlegen. Kaeser fordert nun einen Übernahmeschutz für systemrelevante Unternehmen und spricht sich gegen einen Gehaltsverzicht von Vorständen aus – das hat Gründe.

„Geringere Vorstandsgehälter vergrößern doch nur den Gewinn des Unternehmens und davon profitiert nur eine Interessengruppe“, sagte Kaeser dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Deshalb haben wir uns für einen Hilfsfonds entschieden, der die Bedürfnisse der allermeisten Stakeholder adressiert“, will Kaeser den Betroffenen der Pandemie helfen. Er selbst kündigte an, eine Million Euro in den Fonds einzuzahlen.

In dem Interview befürwortete Kaeser zudem staatlichen Schutz für systemrelevante Unternehmen, um diese gegen Übernahmeversuche aus dem Ausland zu schützen. „Jedes Land oder jede Wirtschaftsgemeinschaft muss systemrelevante, kritische Infrastruktur absichern. In der Krise und in Notfällen muss der Staat darauf Zugriff haben“, sagte er. Allerdings müsse man grundsätzlich akzeptieren, wenn Investoren auch aus China die aktuelle Krise nutzen würden, um deutsche Unternehmen zu kaufen. Faire Regelungen müssten dann aber in beide Richtungen gelten, was derzeit nicht immer der Fall sei.

Siemens (WKN: 723610)

Siemens selbst dürfte nicht zu einem Übernahmeziel werden. Der Konzern ist zudem stark genug aufgestellt, um auch die Corona-Krise zu überstehen. Die aktuelle Bewertung der Aktie erscheint weiter attraktiv. Investierte Anleger bleiben an Bord.