Sterneküche de luxe statt HelloFresh – exklusives Angebot für Daheimgebliebene
09.03.2020 Leon Müller

Schweizer Aktien: SMI beschleunigt Abschwung - UBS, AMS und Credit Suisse trifft es hart

-%
SMI
Trendthema

Ein Blick zu den Nachbarn zeigt: Die Corona-Panik hat nicht nur den deutschen Aktienmarkt fest im Griff. Auch in der Schweiz haben die Aktien ihren Abschwung beschleunigt. Der Schweizer Leitindex SMI ist auf den tiefsten Stand seit Februar vergangenen Jahres gefallen. Das Minus ausgehend vom Hoch beläuft sich auf beinahe 19 Prozent. 

Der Schweizer Aktienmarkt hat den ersten Handelstag der Woche mit tiefroten Kursen beendet. Der Abschwung beschleunigte sich sogar im Vergleich zu den vergangenen beiden Wochen, so dass viele Marktteilnehmer mit Anspielung auf das weltweit sich ausbreitende Virus bereits vom "Corona-Crash" sprechen. Der Handelstag dürfte jedenfalls als ein neuer schwarzer Montag in die Bücher eingehen, hieß es im Handel. Zum Teil war von panikartigen Verkäufen die Rede.

SMI: Korrektur erreicht 20-Prozent-Schwelle

SMI Höchststand Tiefstand Akt. Stand
11.270,00 9.012,00 9.176,50
Veränderung in Pkt. -2.258,00 -2.093,50
Veränderung in % -20,0% -18,6%
20.02.2020 09.03.2020 09.03.2020

"Ölpreisverfall hat die Märkte endgültig in Panik versetzt"

Die bereits schlechte Stimmung an den internationalen Finanzmärkten hatte sich übers Wochenende weiter verdüstert. Auslöser waren die weitere Ausbreitung des Coronavirus mit scharfen Maßnahmen etwa in Italien, aber auch der Einbruch des Ölpreises um rund 20 Prozent. "Die Angst vor einer globalen Rezession sitzt den Anleger derzeit tief im Nacken. Und der starke Ölpreisverfall hat dann die Märkte endgültig in Panik versetzt", meinte ein Händler dazu. Die fundamentalen Rahmenbedingungen hätten sich so schlagartig verschlechtert, dass es Investoren immer schwerer falle, die Risiken im Depot angemessen zu bewerten, meinte ein anderer. "Und da führt der Weg des geringsten Widerstandes dann erst einmal über den Verkaufsknopf."

SMI (ISIN: DE000DB2KFE9)

Angstbarometer VSMI schießt 30 Prozent hoch

Der SMI zeigte sich wie bereits meist in den vorangegangenen Wochen extrem volatil und schloss 5,55 Prozent tiefer bei 9196,60 Punkten. Nach einem Fall im frühen Handel auf 9059 Zähler erholte er sich schnell wieder in den Bereich von 9450 Punkten, um danach aber wieder deutlich zu fallen. Im Vergleich zu seinem Höchststand vor gut zwei Wochen bei 11 270 Punkten notiert der SMI damit bereits über 18 Prozent tiefer, beim Tagestief vom Montag waren es gar fast 20 Prozent weniger.  
 
Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte einschließt, brach am Montag um 6,25 Prozent auf 1384,59 und der breite SPI um 5,31 Prozent auf 11 248,96 Zähler ein. Die extreme Nervosität zeigte sich auch am Angstbarometer VSMI, das phasenweise um fast 30 Prozent in die Höhe schnellte und nun mit gut 43 Punkten auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise vor über 10 Jahren notiert. 

Einzelwerte im Fokuzs: Banken unter Top-Verlierern

Die größten Verluste unter den Einzeltiteln gingen wie meist in scharfen Abwärtsphasen an Finanz- und Technologietitel sowie an zyklische Werte. So büßten die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (-12,9 Prozent) und UBS (-10,4 Prozent) mehr als 10 Prozent ein und schlossen damit beide unter 9 Franken. Am Freitag hatten beide erstmals gleichzeitig unter 10 Franken notiert. Banken werden von solchen Abwärtsbewegungen an den Finanzmärkten auf vielfältige Weise getroffen, sei es durch verunsicherte Privatkunden oder rückläufige Transaktionen im Investmentbanking. Zudem nagen seit langem die tiefen Zinsen an den Gewinnen.  

Ebenfalls zweistellig verloren bei den Standardwerten AMS (-11,8 Prozent). Hier war zusätzlich zur schlechten Stimmung auch noch von enttäuschenden iPhone-Absatzstatistiken für China die Rede. Stark unter die Räder gerieten auch Zurich (-9,4 Prozent), Julius Bär (-8,8 Prozent), LafargeHolcim (-8,7 Prozent), Adecco (-8,3 Prozent) und Swiss Re (-8,2 Prozent)  

Relativ gut hielten sich wie üblich in solchen Situationen die defensiven Schwergewichte Nestlé (-3,1 Prozent) und Novartis (-4,1 Prozent), während Roche (-5,2 Prozent) ebenfalls relativ scharfe Verluste hinnehmen mussten. Letztere zeigten allerdings zuletzt eine deutlich bessere Entwicklung als die anderen beiden Titel. Am besten unter den Standardwerten schnitten Schindler PS (-2,6 Prozent) ab.  

Die Folgen des Coronavirus schickten im breiten Markt auch die Aktien des stark an Flughäfen vertretenen Duty-Free-Händlers Dufry mit einem Minus von 13,7 Prozent deutlich abwärts. Die verstärkten Reisebeschränkungen vieler Unternehmen und Privatpersonen belasten das Unternehmen sehr. Sulzer (-9,9 Prozent) litten unter dem Preisverfall beim Öl, erholten sich allerdings von einem Verlust von rund einem Viertel zu Handelsbeginn. Nach Geschäftszahlen verloren Belimo (-2,2 Prozent) und Tornos (-6,6 Prozent)

Mit Material von dpa-AFX