21.04.2020 Emil Jusifov

SAP mit soliden Q1-Zahlen und einem Paukenschlag

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SAP

Der Softwarekonzern SAP hat heute seine Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal 2020 präsentiert, welche erwartungsgemäß solide ausgefallen sind. Für Überraschung sorgte hingegen eine andere Nachricht, welche bereits in der Nacht zum Dienstag bekannt wurde.

Die Softwareschmiede aus Walldorf hat die Eckdaten zu Q1-Zahlen größtenteils bestätigt. Demnach legte der Umsatz im ersten Jahresviertel noch um währungsbereinigt fünf Prozent auf 6,52 Milliarden Euro zu. Die Cloud-Erlöse stiegen währungsbereinigt um 27 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro.

Der Betriebsgewinn sank währungsbereinigt um ein Prozent auf 1,48 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 811 Millionen Euro zu Buche (Vorjahr: Nettoverlust von 108 Millionen Euro).

Der operative Cashflow betrug im Q1 2020 2,98 Milliarden Euro, was einer Steigerung von sechs Prozent entspricht. Der Free Cashflow lag bei 2,58 Milliarden (plus neun Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Korrigierter Ausblick bestätigt

Neben den Quartalszahlen hat SAP auch den gesenkten Ausblick bestätigt. Beim Umsatz sei nun währungsbereinigt mit 27,8 bis 28,5 Milliarden Euro zu rechnen. Zuvor hatte SAP mit mehr als 29 Milliarden Euro gerechnet. Beim Betriebsergebnis rechnet der Software-Riese nun mit währungsbereinigt 8,1 bis 8,7 Milliarden Euro (zuvor 8,9 bis 9,3). 2019 hatte es bei 8,21 Milliarden Euro gelegen

Co-Chefin verlässt das Unternehmen

Für Überraschung sorgte indessen eine andere Nachricht, welche bereits einige Stunden zuvor bekannt wurde. Die Co-Chefin Jennifer Morgan wird zum 30. April das Unternehmen verlassen. Der bisherige Co-Chef Christian Klein muss künftig alleine das Unternehmen führen.

Als Grund nannte SAP die "aktuelle Situation", die "schnelles, entschlossenes Handeln" und eine klare Führungsstruktur verlange. Die "Entscheidung zurück zum Modell eines alleinigen Vorstandssprechers" sei daher früher gefallen als geplant.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner dankte ihr für ihr Engagement an der Unternehmensspitze und drückte zugleich Klein gegenüber sein "volles Vertrauen" in einer "Zeit weltweit großer Unsicherheit" aus.

China-Pipeline erholt sich

Der Finanzvorstand Luka Mucic sprach davon, dass die SAP-Kunden jetzt nach schnellen Entscheidungen verlangen würden und sich auf wichtige IT-Projekte konzentrieren wollen. Laut Mucic werde sich das Umfeld im Q2 insgesamt noch weiter verschlechtern. Als positiv zu vernehmen war, dass laut Mucic die Pipeline in China Ende März wieder deutlich stärker als zu Beginn der Coronakrise arbeitete.

Hier geht es zum Quartalsbericht von SAP

Angesichts der andauernden Krise sind die Q1-Zahlen von SAP recht solide ausgefallen. Trotz der Pandemie konnte unter dem Strich ein Nettogewinn von 811 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Besonders positiv ist die Tatsache, dass die SAP-Cloud weiterhin dynamisch wächst und das China-Geschäft deutliche Erholungssignale aussendet. Trotz der Krise ist der AKTIONÄR für die Zukunft von SAP sehr optimistisch. Dabeibleiben, Gewinne laufen lassen!

SAP (WKN: 716460)

(Mit Material von dpa-AFX)


Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: SAP.