01.06.2019 Thomas Bergmann

Run auf Bundesanleihen - nie wieder Zinsen?

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DAX
Trendthema

Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Angst vor einer Staatspleite in Italien treibt große Investoren in deutsche Staatsanleihen. Die Nachfrage ist so groß, dass die Rendite der 10-jährigen mittlerweile auf einem Rekordtief angelangt ist. Mancher Experte rechnet noch mit weitaus tieferen Zinsen. Es gibt Möglichkeiten, davon zu profitieren.

US-Präsident Donald Trump hat mit der Ankündigung, Strafzölle auf alle mexikanischen Importe zu erheben, zusätzliches Öl ins Feuer gegossen. Wer will ihm glauben, dass er noch an einer Lösung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit interessiert ist?

Sollte der Konflikt der beiden Supermächte eskalieren, wird die Weltwirtschaft Schaden nehmen. Das ist sicher.

Italien provoziert

Ein anderes heißes Pflaster ist Italien. Dort hat Lega-Chef Matteo Salvini, der Sieger der Europawahl in Italien, eine Steuerreform angekündigt – Kostenpunkt: 30 Milliarden Euro. 30 Milliarden Euro, die Italien normal nicht hat.

Die EU pocht darauf, dass Salvini die Budgetregeln einhält. Doch der Lega-Chef wird auf Konfrontationskurs zu Brüssel gehen. Auch das ist sicher.

Sicherer Hafen

Wenn der Handelsstreit eskaliert und Italien Schulden macht ohne Ende, dann werden große Investoren weiter nach sicheren Häfen Ausschau halten. Und hier kommen neben Gold Staatsanleihen von Ländern wie Deutschland oder den USA ins Spiel.

Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen ist auf -0,2 Prozent gefallen - so tief wie noch nie. Uns es kann noch schlimmer kommen, sagen die Experten von HSBC. Minus 0,4 Prozent sei deren Worst Case.

Fallen die Zinsen, steigt der Bund-Future. Mit 168,34 Punkten notiert er logischerweise auf Rekordhoch. Das alte Hoch lag bei 168,32. Wird dies nachhaltig überwunden, sind 170 schnell möglich. Auch bei 172 - vor Jahren noch unvorstellbar - könnte noch nicht Schluss sein.

Wie profitiert man?

Anleger können auf einen steigenden Bund-Future setzen. Die Commerzbank bietet eine Reihe von Hebelprodukten an. Eine Alternative ist der Turbo-Call-Optionsschein mit der WKN CJ7ZPW. Das Papier (Kurs 6,61 Euro) hat einen Hebel von 25. Ein heißes Eisen. Das ist sicher.

Buchtipp: Warum der DAX auf 10.000 Punkte steigt

Thomas Gebert ist seit mehreren Jahrzehnten an den Finanzmärkten aktiv. Der von ihm entwickelte Börsenindikator wird regelmäßig in der Wirtschaftspresse besprochen und diente einer führenden Investmentbank als Grundlage für ein erfolgreiches Zertifikat. Inmitten der Finanzkrise will der Börsenprofi eine Lanze für den Optimismus brechen. In seinem Manifest mit dem provozierenden Titel "Warum der DAX auf 10.000 Punkte steigt" zeigt er, warum er gute Chancen sieht, dass sich die aktuelle Krise mit ein wenig Abstand als hervorragende Kaufchance für mutige Investoren erweisen könnte.

Autoren: Gebert, Thomas
Seitenanzahl: 112
Erscheinungstermin: 27.10.2011
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-942888-95-0