18.02.2017 Marion Schlegel

Roche gelingt der Ausbruch – hier wartet die nächste Hürde

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Roche
Trendthema

Die Aktie von Roche hat in den vergangenen Tagen eine starke Aufholjagd gestartet und dabei auch die 200-Tage-Linie nach oben durchbrechen können. Dem Wert gelang damit ein erstes Kaufsignal. Die nächste wichtige Hürde, die es zu überwinden gilt, wartet nun im Bereich von 247 Schweizer Franken. Zuletzt hat Roche mit einer Reihe von News auf sich aufmerksam machen können. So hat beispielsweise die Tochter Chugai in Japan die Zulassung für das Immun-Therapeutikum Atezolizumab zur Behandlung von inoperablem fortgeschrittenem oder rezidivierendem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) beantragt. Die jüngsten Studiendaten waren äußerst vielversprechend. Der Mitteilung zufolge wurde die Überlebensdauer der Patienten (overall survival, OS) um 13,8 Monate verlängert. Zudem wurden keine bedenklichen Zwischenfälle registriert. Zudem hieß es weiter: Chugai werde alles daran setzen, um möglichst rasch eine Zulassung für Atezolizumab zu bekommen, damit auch Patienten in Japan mit dieser Form von Lungenkrebs möglichst bald einen Zugang zu dieser Behandlung bekommen.

Kann Roche die Patentabläufe kompensieren?

Roche kämpft derzeit wie viele anderen Pharmaunternehmen mit dem Wegfall des Patentschutzes bei wichtigen Medikamenten. Insbesondere bei den Brustkrebs-Medikamenten von Roche zeichnet sich ein Ablösungsprozess ab. Dieser Geschäftsbereich spülte Roche jedes Jahr Milliarden Schweizer Franken in die Kassen. Im Fokus steht nach wie vor das Präparat Herceptin, welches rund 6,8 Milliarden Schweizer Franken im vergangenen Jahr zum Umsatz beisteuerte. Neben Europa im Jahr 2014 verliert das Brustkrebs-Medikament in zwei Jahren im wichtigen US-Markt den Patentschutz. Roche geht davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2017 erste Biosimilars (Nachahmerprodukte) den Markt aufmischen werden. Doch Roche hat längst nach aussichtsreichen Alternativen Ausschau gehalten. Mit Perjeta befindet sich ein Produkt in der Pipeline, welches als Ergänzung zu Herceptin wirkt.

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