19.06.2019 Markus Bußler

Rio Tinto: Einbruch!

-%
Rio Tinto
Trendthema

Die Aktie des Rohstoffproduzenten Rio Tinto gerät heute deutlich unter Druck. Dabei sind es dieses Mal nicht die unter Druck stehenden Rohstoffnotierungen, die der Aktie zu schaffen machen. Vielmehr sind es die Auswirkungen von Naturkatastrophen, mit denen sich Rio Tinto rumschlagen muss. Im laufenden Jahr soll die Eisenerzproduktion unter den Erwartungen liegen.

Ausgerechnet Eisenerz: Der Eisenerzpreis hält sich allen Unkenrufen von Analysten zum Trotz weiterhin sehr gut. Umso mehr schmerzt es, dass Probleme in Australien dafür sorgen, dass Rio Tinto im laufenden Jahr nur noch von einer Eisenerzproduktion von 320 bis 330 Millionen Tonnen ausgeht. Bislang lag die Prognose, die der Konzern ausgegeben hatte, bei 333 bis 343 Millionen Tonnen Eisenerz. Die Aktie gab auf diese Nachricht zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent nach.

Bereits im April hatte der Bergbaukonzern seine Prognose gesenkt. Wegen Verwüstungen durch Zyklone und Feuer in Australien, die unter anderem zu Schäden im Verladehafen geführt hatten, war die Produktion in Pilbara im ersten Quartal im Vergleich zum Schlussquartal 2018 um zwölf Prozent zurückgegangen. Die Auslieferungen von Eisenerz brachen sogar um mehr als ein Fünftel ein. Im vergangenen Jahr hatte der zweitgrößte Eisenerzexporteur der Welt gut 338 Millionen Tonnen geliefert.

Das Ganze liest sich auf den ersten Blick natürlich alles andere als gut. Dennoch: Gar so schlimm steht es um Rio Tinto nicht. Die Aktie hat in den vergangenen Jahren stark performt. Entsprechend werden solche Meldungen auch gerne einmal für Gewinnmitnahmen herangezogen. Bedenkt man, dass beispielsweise der Kupferpreis seit Wochen unter Druck steht, hält sich die Aktie weiterhin sehr gut. Anleger bewahren die Ruhe. Grund zur Panik besteht angesichts der Meldung nicht. Im Gegenteil: Langfristig bieten solche Rücksetzer mutigen Anlegern durchaus eine Einstiegschance.