07.11.2019 Maximilian Völkl

Rheinmetall: Prognose runter, Aktie rauf – Hebel-Depot streicht 70 Prozent Gewinn ein

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Rheinmetall
Trendthema

Der Rüstungs- und Autozulieferkonzern Rheinmetall hat durchwachsene Zahlen vorgelegt. Während die Defence-Sparte einmal mehr weitgehend überzeugt hat, schwächelt Automotive im schwierigen Branchenumfeld nach wie vor. Auch die Börse tut sich schwer mit einer Einschätzung, die Aktie springt hin und her – langfristig stimmen die Aussichten aber weiterhin.

Rheinmetall steigerte die Erlöse im dritten Quartal um knapp fünf Prozent auf 1,48 Milliarden Euro. Allerdings legte das operative Ergebnis lediglich um ein Prozent auf 99 Millionen Euro zu – die Marge sank um 0,3 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent. Unter dem Strich brach der Gewinn sogar um 30 Prozent auf 60 Millionen Euro ein.

Konzernchef Armin Papperger musste deshalb die Umsatzprognose kappen. Statt einem Plus von rund vier Prozent rechnet er lediglich noch mit einem Anstieg von leicht über einem Prozent. Die Marge soll unverändert bei rund acht Prozent liegen.

Rüstungsboom

Gut gelaufen ist es wieder in der Defence-Sparte. Die hohe Nachfrage nach Waffensystemen und Munition sorgte hier für ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus. Einziger Wermutstropfen: Ausstehende Exportgenehmigungen bei zwei ausländischen Töchtern führten zu Umsatzeinbußen, weshalb im Rüstungsgeschäft voraussichtlich lediglich das untere Ende der Prognosespanne von neun bis elf Prozent Umsatzwachstum erreicht wird.

Unsere Defence-Sparte zeigt hervorragende Performance und überzeugt mit ihrer Umsatz- und Ertragsentwicklung.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger

Dennoch gilt weiter: Rüstung boomt, die hohen Wachstumsraten der jüngeren Vergangenheit dürften sich fortsetzen. Zudem wird die Sparte immer profitabler – statt neun Prozent dürfte die Marge 9,5 Prozent betragen.

Schwächelnde Autobranche

Sorgenkind bleibt derweil Automotive. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis gingen deutlich zurück. Für das laufende Jahr erwartet das Management jetzt einen Umsatzrückgang von sieben Prozent – nach einem Minus von zwei bis drei Prozent bislang. Bei der Marge werden statt sieben nur noch 6,5 Prozent angepeilt.

Bei Automotive können wir uns der eingetrübten konjunkturellen Lage nicht entziehen

Rheinmetall-Chef Armin Papperger

Die Situation bei Rheinmetall bleibt komplex – Defence-Boom und Automotive-Krise halten sich die Waage. Klar ist aber: Die Aussichten stimmen. Die Rüstungssparte dürfte weiter glänzen, durch die sich anbahnende Einigung im Handelskrieg ist auch in der Autobranche wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Hinzu kommen Basiseffekte. Durch das starke Wachstum wird Defence immer wichtiger und steuert inzwischen den Löwenanteil der Gewinne bei – noch vor wenigen Jahren sah das ganz anders aus. Künftig dürfte sich dies immer mehr in den Zahlen widerspiegeln.

Rheinmetall (WKN: 703000)

DER AKTIONÄR bleibt klar bullish für Rheinmetall. Auch wenn die Zahlen durchwachsen waren, zeigt sich die Aktie robust und bleibt mittelfristig einer der Top-Werte am deutschen Aktienmarkt.

Auch das Hebel-Depot hat zuletzt auf steigende Kurse gesetzt – mit Erfolg. Nach dem Kursanstieg im frühen Handel wurden hier über 70 Prozent Gewinn eingefahren. Mit einer Teilposition wird derweil auf den Sprung auf ein neues Rekordhoch spekuliert. Was sonst noch im Depot ist und wie stark sich die Werte zuletzt entwickelt haben, sehen Sie hier.