Rheinmetall drückt weiter aufs Tempo. Während die Auftragsbücher ohnehin prall gefüllt sind, untermauert der Düsseldorfer Rüstungskonzern mit einer spektakulären Live-Demonstration im hohen Norden seinen technologischen Führungsanspruch. Im Fokus: Das neue „Mortar Mission Module“, das unter arktischen Bedingungen bewiesen hat, dass es bereit für den Ernstfall ist.
Die Nachrichtenlage bei Rheinmetall bleibt gut. Wie der DAX-Konzern heute mitteilte, hat die Tochterfirma Rheinmetall Nordic beim sogenannten „Nordic Mortar Day“ in Norwegen erstmals das neu entwickelte Mortar Mission Module im scharfen Schuss präsentiert. Vor den Augen von Militärvertretern aus fünf NATO-Nationen (Deutschland, Norwegen, Schweden, Finnland und den Niederlanden) zeigte das System (siehe Bild oben), was in ihm steckt.
Das Herzstück des Mortar Mission Moduls ist der automatische 120mm-Mörser Ragnarok. Doch der eigentliche Clou für Anleger und Militärs gleichermaßen ist die Verpackung: Das System ist in ein Kampfraum-Modul integriert, das auf der Basis eines 10-Fuß-Standard-ISO-Containers aufgebaut ist.
Technisch setzt der Ragnarok-Mörser ebenfalls Maßstäbe: Mit einer Feuerrate von bis zu 20 Schuss pro Minute und vollautomatischer Ausrichtung bietet Rheinmetall hier ein System an, das in Sachen Geschwindigkeit und Präzision zur Weltspitze gehört. Schneller als der Ragnarok-Mörser schießt beispielsweise das finnisch-schwedische System AMOS (Advanced Mortar System) mit bis zu etwa 26 Schuss pro Minute.
Was technisch trocken klingt, ist wirtschaftlich hocheffizient. Durch diese Bauweise lässt sich das Modul unabhängig vom Trägerfahrzeug nutzen und auf verschiedenste Plattformen – vom Lkw bis hin zu gepanzerten Kettenfahrzeugen – verladen. „Skalierbarkeit“ und „geringer logistischer Aufwand“ sind die Schlagworte, die Beschaffungsämter zum Höher greifen lassen.
Großauftrag aus Norwegen im Visier?
Militärexperten sind sich einig: Die Demonstration in der norwegischen Kälte war kein Zufall. Aktuell sucht Norwegen nach einer mobilen Mörserlösung für seine ACSV-Kettenfahrzeuge (Armoured Combat Support Vehicle). Da das Rheinmetall-Modul perfekt mit den Spezifikationen des ACSV harmoniert, stehen die Chancen auf einen dicken Auftrag aus Oslo glänzend.
Trotz der starken Nachrichtenlage fehlt der Aktie aktuell der zündende Impuls. Gleichwohl bleibt DER AKTIONÄR zuversichtlich, dass das Papier zeitnah erneut über die 2.000-Euro-Marke steigen könnte. Anleger bleiben an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Rheinmetall-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 14:20