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20.03.2020 Martin Mrowka

Restaurant-Kette Vapiano zahlungsunfähig – Aktie bricht nach Handels-Wiederaufnahme ein

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Vapiano

Bereits vor einigen Tagen hat sich die Finanzlage der angeschlagenen Restaurant-Kette Vapiano dramatisch verschärft. Die sich ausweitende Coronakrise gibt dem Unternehmen nun den Rest: Vapiano hat am Vormittag mitgeteilt, dass man zahlungsunfähig ist. Für die Aktie bedeutet das natürlich nichts Gutes.

Die Restaurantkette Vapiano ist zahlungsunfähig. "Aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs ist zum heutigen Tag der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit für die Vapiano SE eingetreten", teilte das Unternehmen am Vormittag in Köln mit.

Die Vapiano-Aktie wurde zuvor vom Handel ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme der Notierung bricht der Kurs dramatisch ein. Zeitweise stand die Aktie nur noch bei 0,37 Euro. (Anm. der Red.: In einer früheren Version dieses Textes war von vier Cent die Rede. Dabei handelte es sich um einen Fehl-Trade, der später korrigiert wurde.) Vor dem Handelsstopp kostete die Vapiano-Aktie noch 1,02 Euro.

Zum Vergleich: Das Rekordhoch hatte im Januar 2018 noch bei 25,20 Euro gelegen. Inzwischen hat die Vapiano-Aktie 94 Prozent des damaligen Wertes verloren und wurde an der Börse kaum noch gehandelt.

Die ohnehin schwer angeschlagene Restaurantkette Vapiano trifft die Coronavirus-Krise zur Unzeit. Am Dienstag hat das Unternehmen mitgeteilt, auf die von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogramme im Rahmen der Covid-19-Krise angewiesen zu sein.

Vapiano (WKN: A0WMNK)

Am Freitag nun richtete das Unternehmen einen "dringenden Appell an die Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise". Mit dem Staatsgeld hofft der Vorstand offenbar, den innerhalb einer Frist von drei Wochen gebotenen Insolvenzantrag doch noch abwenden zu können.

Die Vapiano SE verzeichne wegen der aktuellen Covid-19 Krise weitere drastische Umsatzeinbußen und erwarte einen weiteren Rückgang des Ergebnisses, schrieb Finanzvorstand Lutz Scharpe in der Pflichtmitteilung für die Börsen. "Zwischenzeitlich mussten aufgrund der Einschränkungen durch Covid-19 nahezu alle weltweit mehr als 230 Restaurants schließen."

In Deutschland seien seit Donnerstagabend bundesweit alle 55 durch den Vapiano-Konzern betriebenen Restaurants auf unbestimmte Zeit geschlossen. Während fast keine Umsätze mehr generiert würden, fielen Gehälter, Mieten und Betriebskosten weiter an.

Vapiano kündigte an, "kurzfristig" Anträge unter den von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogrammen im Rahmen der Covid-19 Krise zu stellen. Nur wenn rechtzeitig und in ausreichendem Maße staatliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt würden, könne eine bereits entwickelte Finanzierungslösung mit den wesentlichen Aktionären und den finanzierenden Banken abgeschlossen werden, so Vapiano. "Andernfalls wird Vapiano unverzüglich Insolvenzantrag für die Vapiano SE und, falls erforderlich, für wesentliche Tochtergesellschaften stellen."  (Mit Material von dpa-AFX)

Vapiono versucht, sich in der aktuellen Coronakrise noch Staatsgelder zu sichern. Doch das Geschäftsmodell der Restaurant-Kette hatte bereits in den vergangenen Monaten deutliche Erschöpfungsanzeichen gezeigt. Es muss angezweifelt werden, dass sich das Unternehmen nachhaltig erholen kann. Selbst ohne Coronavirus. Anleger halten sich besser von der Aktie fern.