Repsol: Venezuela? "Wir sind bereit"

Repsol: Venezuela?
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Thorsten Küfner Heute, 07:01 Thorsten Küfner

Die Aktie von Repsol arbeitet aktuell am Sprung auf ein weiteres Mehrjahreshoch. Indes signalisiert der spanische Energiekonzern Offenheit für ein deutlich stärkeres Engagement in Venezuela. Bei einem Treffen von Spitzenvertretern der Ölindustrie mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus stellte Konzernchef Josu Jon Imaz konkrete Ausbaupläne in Aussicht.

So erklärte Imaz: „Wir sind bereit, mehr in Venezuela zu investieren und die Produktion dort in den nächsten zwei bis drei Jahren zu verdreifachen.“ Aktuell fördert Repsol nach Angaben des aus dem Baskenland stammenden Managers rund 45.000 Barrel Öl pro Tag in Venezuela. Diese Zahl nannte er in einem von der spanischen Tageszeitung El País veröffentlichten Video des Treffens. Repsol ist in dem südamerikanischen Land nicht allein aktiv, sondern arbeitet dort gemeinsam mit dem italienischen Energiekonzern Eni.

US-Präsident Trump hatte nur wenige Tage nach den militärischen Aktionen in Venezuela gezielt führende Vertreter großer Ölunternehmen – darunter vor allem US-Konzerne, aber auch ausländische Gruppen wie Repsol und Eni – dazu aufgefordert, ihr Engagement in dem Land massiv auszuweiten. Nach dem Treffen sprach Trump von einer grundsätzlichen Einigung, wonach US-Ölkonzerne Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar in Venezuela tätigen könnten.

Konkrete Details nannte der Präsident allerdings nicht. Zu Beginn der Gesprächsrunde, als Medien noch anwesend waren, äußerte sich ExxonMobil-Chef Darren Woods zurückhaltend. Er betonte, dass die aktuellen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Investitionen in Venezuela derzeit kaum zuließen.

Venezuela verfügt nach Schätzungen über Ölreserven von rund 303 Milliarden Barrel und damit über die größten bekannten Vorkommen weltweit. Der Großteil davon besteht aus Schweröl, das nur mit spezieller Technologie verarbeitet werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind auf diese Art Rohöl ausgelegt. Trotz dieses enormen Potenzials gilt die venezolanische Ölindustrie als stark heruntergewirtschaftet. Experten gehen davon aus, dass ein Wiederaufbau Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe erfordern wird.

Repsol (WKN: 876845)

Ein stärkeres Engagement könnte sich mittel- bis langfristig lohnen, dürfte aber zunächst erst einmal mit sehr hohen Investitionen verbunden sein. Es ist letztlich kein Gamechanger für Repsol. Der spanische Energieriese ist ohnehin aktuell bereits sehr breit und strategisch gut aufgestellt. Die Bilanz ist solide und die Aussichten gut. Darüber hinaus ist die Dividendenperle (aktuelle Rendite knapp sechs Prozent) trotz des starken Laufs immer noch günstig bewertet. Das 2026er-KGV beträgt 7 und das KBV lediglich 0,8. Die Aktie bleibt daher nach wie vor ein Kauf (Stoppkurs: 11,90 Euro).

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