Am Donnerstag musste die Aktie von Siemens Energy im Sog der schwachen KI-Aktien Federn lassen. Doch bereits am heutigen Freitag zählt der Highflyer wieder zu den Gewinnern im DAX. Dabei wird die Aktie des Energietechnikkonzerns nach der Hauptversammlung nun ex-Dividende gehandelt – das gab es lange nicht.
Erstmals seit 2022 zahlt Siemens Energy wieder eine Dividende. Ein weiteres Zeichen, dass die schwere Krise mit den Milliardenverlusten im Windgeschäft Geschichte ist. 0,70 Euro je Aktie erhalten Anleger für das Geschäftsjahr 2025 (per Ende September). Das entspricht zwar nur einer Rendite von 0,4 Prozent und ist dennoch ein wichtiger Schritt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet DER AKTIONÄR bereits mit einer Anhebung der Ausschüttung auf 1,65 Euro je Aktie.
Derweil hat Konzernchef Christian Bruch auf der Hauptversammlung erklärt, dass das Wachstum auch anorganisch vorangetrieben werden soll. „Unser Fokus liegt derzeit nicht auf großen Übernahmen, sondern vor allem auf kleinen und mittleren Transaktionen“, erklärte er. Die Absicherung kritischer Komponenten und Lieferketten sowie die Erweiterung des Netzgeschäfts rund um Digitalisierung und Stabilisierung seien dabei die beiden Hauptbereiche.
Bereits zuvor hatte Bruch den Forderungen des aktivistischen Investors Ananym nach einer schnellen Abspaltung der Windsparte Gamesa eine Absage erteilt. Er will erst den Turnaround schaffen. In diese Kerbe schlug nun auch die Fondsgesellschaft Deka Investment. „Um es klar sagen: Ein Verkauf von Gamesa zum jetzigen Zeitpunkt käme einem Verkauf unter Wert gleich“, sagte Vertreter Ingo Speich. „Verschleudern Sie Gamesa nicht!“, forderte er von Bruch. Es habe bereits gute Fortschritte gegeben und die Gewinnschwelle sei im Blick. Dennoch dürfte mittelfristig die angepeilte Marge von drei bis fünf Prozent für den Konzern viel zu gering sein – andere Geschäftsbereiche würden 18 bis 20 Prozent erzielen.
Die Rückkehr der Dividende ist ein weiteres Zeichen, dass Siemens Energy bestens unterwegs ist. Noch ist die Ausschüttung zwar kein Kaufargument, dennoch können sich Aktionäre über den Zahltag freuen. Wichtiger bleibt natürlich die herausragende Kursentwicklung. Die Aussichten sind hier angesichts des weltweit riesigen und steigenden Energiehungers unverändert gut. Eine ausführliche Analyse zur Aktie lesen Sie hier in der neuen Ausgabe 10/26 des AKTIONÄR.
Heute, 09:59