Die Aktie des Panzergetriebeherstellers Renk zählt am Donnerstag mit einem Minus von neun Prozent zu den größten Verlierern an der deutschen Börse. Am Markt kommen die Zahlen trotz Rekorden bei Umsatz und Auftragseingang nicht gut an. Mittlerweile haben sich auch die ersten Experten zum Geschäftsbericht und dem Ausblick geäußert.
Renk habe bei der Prognose sehr weit gefasste Zielspannen ausgegeben, deren Mittelpunkt etwas schwächer sei als gedacht, so Analystin Chloe Lemarie von Jefferies. Kritik gab es zu dem am Free Cashflow: Durch Verzögerungen bei den Aufträgen sei dieser schwächer als gedacht, erklärte Berenberg-Experte George McWhirter. Dass auch das operative Ergebnis im Q4 unter den Erwartungen liegen würde, sei nach dem Vorab-Briefing derweil quasi eingepreist gewesen, fügte David Perry von JPMorgan hinzu. Perry erklärte aber auch, dass das geopolitische Umfeld mit vielen Brandherden vorerst auf eine weiterhin sehr starke Entwicklung von Rüstungsaktien hindeuten würde.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung sei nun, wie dynamisch die Ausschreibungen in der Branche voranschreiten, wie schnell Exportgenehmigungen erteilt werden und wie der Plattform-Mix bei Renk aussehen wird, blickt Jens-Peter-Rieck von MWB Research vor allem auf 2026 voraus. Er hält die Konsensannahmen allerdings für anspruchsvoll und bestätigte deshalb seine Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 53 Euro. Bei den anderen Experten herrscht dagegen übergeordnet weiter Optimismus – alle drei haben Ziele von 75 oder 76 Euro für die Aktie ausgegeben und raten zum Kauf.
Die Renk-Aktie kommt derzeit nicht in die Gänge. Für neue Impulse reichen die Zahlen nicht aus. Auch der Iran-Krieg hat für die deutschen Rüstungsaktien kaum direkte Auswirkungen auf die Auftragsbücher. Übergeordnet bleiben das Sentiment und die Aussichten in der Branche aber gut. Anleger können bei Renk deshalb mit einem Stopp bei 46,50 Euro an Bord bleiben. Neueinsteiger sollten aber entweder beim Branchenprimus Rheinmetall oder aufgrund des Iran-Konflikts bei internationalen Wettbewerbern wie Elbit Systems oder Leonardo zugreifen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Renk.
Heute, 16:49