Die Zahlen der Porsche AG sind da. Sie zeigen: Porsche verdient deutlich weniger, verkauft weniger Autos – und hält trotzdem an seiner Prognose fest. Gleichzeitig spricht das Management von „Neuausrichtung“ und „Disziplin“. Neu sind die Durchhalteparolen nicht. Die Frage ist daher: Ist das endlich die Wende oder immer noch nur der Anfang eines Umbaus?
Der Rückgang ist deutlich: Im ersten Quartal fällt das operative Ergebnis um rund 22 Prozent auf 595 Millionen Euro. Der Umsatz sinkt um 5,2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Noch härter trifft es die Auslieferungen: minus 14,7 Prozent auf 60.991 Fahrzeuge.
Immerhin: Die Profitabilität ist besser als befürchtet. Die operative Marge liegt bei 7,1 Prozent und damit über den Erwartungen der Analysten. Sie liegt zudem am oberen Ende der eigenen Jahresprognose. Auch der Cashflow überrascht positiv. Der Netto-Cashflow im Autogeschäft steigt auf 514 Millionen Euro nach 198 Millionen Euro im Vorjahr.
Porsche setzt weiter auf „Value over Volume“. Heißt: weniger Autos, dafür höhere Preise. Das federt den Rückgang bei den Stückzahlen teilweise ab.
Die Probleme: Vor allem in China schwächelt das Geschäft. Gleichzeitig belasten US-Zölle. Auch die Modellpolitik wirkt nach. Das Produktionsende von Boxster und Cayman drückt zusätzlich auf die Auslieferungen.
Porsche-Chef äußert sich
Der neue CEO Michael Leiters baut um. Porsche soll schlanker werden, schneller, widerstandsfähiger. Das Portfolio wird auf margenstarke Modelle ausgerichtet. Leiters sagt: „Mit klaren Maßnahmen machen wir die Sportwagenschmiede schlanker und schneller.“
Der Weg zu niedrigeren Kosten, höheren Margen und einem stabileren Geschäft wird allerdings teuer. Porsche selbst spricht von Belastungen durch die Neuausrichtung. Gleichzeitig wird die Elektrostrategie angepasst. Mehr Verbrenner und Hybridmodelle sollen wieder Nachfrage bringen.
Immerhin: Trotz der schwachen Entwicklung bestätigt Porsche die Jahresziele. Der Umsatz soll bei 35 bis 36 Milliarden Euro liegen. Die operative Marge wird zwischen 5,5 und 7,5 Prozent erwartet. Das ist ambitioniert. Denn das Umfeld bleibt schwierig. Die Nachfrage nach Elektroautos bleibt hinter den Erwartungen zurück. Geopolitische Risiken kommen obendrauf.
Erster Eindruck: solide, aber noch kein großer Wurf. Der Trend bei Aktie und Geschäft zeigt immer noch abwärts, auch wenn Porsche an einigen Stellen besser als befürchtet abschneidet. Der neue Chef versucht den Turnaround, aber ob die Wende gelingt, ist derzeit noch völlig offen. Die Aktie, die im Xetra-Handel heute im Minus lag, dreht am Abend nach den Zahlen im späten Handel zumindest leicht ins Plus.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.
Heute, 19:03