13.08.2019 Maximilian Völkl

Osram: Übernahmeschlacht läuft auf Hochtouren – „wir freuen uns“

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Osram Licht
Trendthema

Es war eine überraschende Wende. Zu Wochenbeginn hat der österreichische Halbleiterkonzern AMS erneut Interesse an Osram signalisiert. Es könnte nun zu einer Übernahmeschlacht um den kriselnden Lichtkonzern kommen. Derweil bleibt offen, ob die gebeutelten Aktionäre zum jetzigen Preis einem Verkauf zustimmen.

38,50 Euro bietet AMS je Osram-Aktie. Nachdem der Konzern im Juli bereits ein solches Angebot unterbreitete, dieses dann aber unmittelbar darauf zurückgezogen hatte, kommt dieser Schritt unerwartet. Doch nun scheint die Finanzierung gesichert, laut Osram erscheine das Konzept „verbindlich und tragfähig“. „Wir haben die Stellungnahme zur Kenntnis genommen und freuen uns auf Gespräche“, teilte nun auch AMS mit.

Dennoch bleiben Fragezeichen. Zum einen ist AMS selbst nur 3,6 Milliarden Euro wert – das Angebot für Osram beläuft sich inklusive Schulden auf bis zu 4,3 Milliarden Euro. Zum anderen müssen die Aktionäre dem Angebot zustimmen. Viele Anleger hatten Osram-Aktien einst deutlich teurer eingekauft. Es erscheint fraglich, ob große institutionelle Investoren wie Allianz Global Investors nun zu 38,50 Euro je Aktie verkaufen.

Wie reagieren Bain und Carlyle?

Allerdings besteht auch weiter die Chance einer positiven Überraschung. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle hatten 35 Euro je Aktie geboten. Möglich, dass nun eine weitere Schippe draufgelegt wird und eine wahre Übernahmeschlacht entbrennt. Denn klar ist: Trotz der massiven operativen Probleme derzeit bleibt Osram mit seiner starken Technologie für langfristig orientierte Interessenten ein spannendes Ziel.

Osram Licht (WKN: LED400)

Das Risiko bleibt hoch, dass die Übernahme auf Ablehnung der Aktionäre stößt. Die Osram-Aktie notiert deshalb rund zehn Prozent unter dem AMS-Angebot. DER AKTIONÄR hatte nach der Trading-Empfehlung bereits zu Gewinnmitnahmen geraten. Diese Einschätzung ist nach wie vor aktuell.