Die Nordseesorte Brent kletterte am Montag zeitweise auf 106,35 Dollar je Barrel und treibt damit die Kriegsrechnung: Fast 2.000 Dollar hat der Iran-Krieg den durchschnittlichen US-Haushalt in knapp acht Monaten gekostet, rechnet Moody's-Chefökonom Mark Zandi vor. Die gesamte US-Wirtschaft wurde mit 265 Milliarden Dollar belastet.
Den größten Brocken liefert die Energie. Rund 1.100 Dollar je Haushalt entfallen laut Zandi auf Benzin, Diesel, Heizöl und teurere Fracht. Eine Gallone Normalbenzin kostet 4,37 Dollar nach weniger als drei Dollar vor dem Krieg, Diesel mehr als sechs Dollar. Weitere 540 Dollar gehen auf höhere Zinsen zurück: Die kriegsbedingte Inflation hat die Fed zu höheren Leitzinsen bewogen, feste Hypotheken kosten rund 7,5 Prozent statt zuvor unter sechs Prozent. Die restlichen 360 Dollar sind Militärausgaben des Pentagons, bezahlt vom Steuerzahler.
Zandis Rechnung ist eine Schätzung, und sie wächst schnell. Anfang Juni hatte er noch 750 Dollar je Haushalt veranschlagt, bei den heutigen Preisen kommen pro Woche rund 50 Dollar dazu. Damit frisst der Krieg etwa die Hälfte dessen auf, was ein Durchschnittshaushalt seither an Einkommen hinzugewonnen hat. Ganz verloren ist das Geld nicht: Ein Teil fließt als Gewinn an US-Ölförderer. Unterm Strich wirkt der Krieg wie eine Steuer auf den US-Konsum, die jede Woche neu fällig wird.
Brent notierte am Montagnachmittag bei rund 106 Dollar je Barrel, seit Jahresbeginn ein Plus von rund 65 Prozent. Den nächsten Widerstand bildet das Kriegshoch vom März knapp über 118 Dollar, der Kurs liegt 10,2 Prozent darunter. Als Unterstützung dient die 100-Dollar-Marke, unter die Brent Anfang Oktober nur kurz gerutscht war. Der Kurs liegt sechs Prozent darüber. Die Lage zur 200-Tage-Linie folgt nach Handelsschluss. Fällt die 100-Dollar-Marke, wäre der Weg Richtung 90 Dollar frei.
Den nächsten Takt gibt Mittwoch, der 14. Oktober, vor: Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreise für September
Das anhaltend hohe Ölpreisniveau ist für viele Menschen und viele Unternehmen eine schwere Belastung. Hingegen spielt es natürlich Energiekonzernen wie etwa Shell, Repsol oder TotalEnergies voll in die Karten. Die drei Dividendentitel bleiben allesamt attraktiv.
13.10.2026, 07:08
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