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Nvidia, TSMC und Co: Chip‑Aktien wegen Iran‑Krieg in Gefahr?

Nvidia, TSMC und Co: Chip‑Aktien wegen Iran‑Krieg in Gefahr?
Foto: Chat-GPT
Infineon Technologies AG -%
Jan-Paul Fóri Heute, 08:30 Jan-Paul Fóri

Die Berichtssaison hat den KI-Chip-Aktien zuletzt einen enormen Lauf beschert. Getrieben vom unaufhaltsamen Hunger nach Künstlicher Intelligenz kannten die Kurse im Zuge der Rally nur eine Richtung: nach oben. Im Zuge des Irankriegs ziehen am Horizont nun jedoch dunkle Wolken auf.

• Nahostkrieg belastet KI-Boom: Nvidia, TSMC & Co geraten unter Druck, denn der Iran-Konflikt bedroht Lieferketten, Rohstoffversorgung und damit die Produktion moderner KI-Chips.

• Helium wird zum Risikofaktor: Das für die Chipfertigung unverzichtbare Edelgas könnte knapp werden. Katar deckt mehr als 30 Prozent des Weltmarkts ab, die Exportrouten stehen wegen der Spannungen mit dem Iran unter Druck.

• Kosten explodieren: TSMC, Infineon und VAT Group warnen bereits vor steigenden Preisen für Spezialchemikalien, Edelmetalle, Energie und Fracht. Experten rechnen damit, dass die Belastungen noch mehrere Quartale anhalten dürften.

Der KI-Hype scheint unantastbar. Die Nasdaq und zahlreiche Einzelwerte eilen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Doch unter der Oberfläche wächst die Nervosität. Was viele Anleger derzeit noch ausblenden: Der Krieg im Nahen Osten trifft die Halbleiterbranche an ihrem verwundbarsten Punkt – der Logistik und der Rohstoffversorgung.

Gift für die Lieferketten: Wenn Helium und Edelmetalle fehlen

Ein genauerer Blick die jüngsten Quartalsberichte der Branchenriesen lässt Anleger jedoch aufschrecken. TSMC, der wichtigste Auftragsfertiger für Nvidia, warnte explizit, dass die geopolitischen Spannungen die Profitabilität drücken könnten. Der Grund: Die Preise für Spezialchemikalien und Gase, die für die Chip-Produktion essenziell sind, ziehen drastisch an.

Besonders kritisch ist die Lage beim Edelgas Helium.

Dieses ist ein Nebenprodukt der Erdgasförderung und für die Chipherstellung unverzichtbar. Katar, das über 30 Prozent des Weltmarktes abdeckt, sieht seine Exportrouten durch den Konflikt mit dem Iran massiv bedroht. Sollten die Lieferungen aus der Golfregion dauerhaft stocken, stünde die Produktion modernster KI-Beschleuniger vor einem logistischen Albtraum.

Auch europäische Player spüren den Gegenwind. Infineon vermeldete steigende Kosten für Edelmetalle, Energie und Frachtraten. Der Schweizer Zulieferer VAT Group bezifferte den negativen Effekt auf den Umsatz im ersten Quartal bereits auf bis zu 32 Millionen Dollar, da Waren mühsam umgeleitet werden mussten.

„Selbst bei einer potenziellen Waffenruhe würden sich die Schäden auf der Angebotsseite nicht über Nacht auflösen“, warnt Francisco Jeronimo, Analyst bei IDC. Die Kosten für Energie und Fracht befinden sich auf Rekordniveau und dürften laut Experten noch einige Quartale hoch bleiben.

Advantest (WKN: 868805)

Die AKTIONÄR-Empfehlung Advantest, ein japanischer Spezialist für Chip-Tests, brachte es im Ausblick auf das laufende Quartal auf den Punkt: Das Geschäftsumfeld bleibe „unvorhersehbar“. Die Eskalation im Nahen Osten könnte letztlich zu einer Verlangsamung der gesamten Weltwirtschaft führen.

DER AKTIONÄR sieht die Lage für Nvidia, TSMC und Co aktuell weniger kritisch. Dank der hohen Preissetzungsmacht dürften diese Unternehmen die Mehrkosten einfach an die Kunden weiterreichen können. Vorerst lassen Anleger die Gewinne bei den AKTIONÄR-Empfehlungen Advantest, Infineon, Nvidia und TSMC daher laufen. Mehr zu den aktuell Chip-Aktien lesen Sie in der Ausgabe 21/26. Das E-Paper finden Sie hier

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FAQs:

Was macht Nvidia?

Nvidia entwickelt Chips, Systeme und Software für KI, Rechenzentren, Gaming, Robotik und Autos.

Warum ist Nvidia beim Thema KI so wichtig?

Nvidias Grafikprozessoren und KI-Beschleuniger liefern die Rechenleistung für große KI-Modelle und Rechenzentren.

Womit verdient Nvidia Geld?

Der wichtigste Umsatztreiber ist das Geschäft mit KI-Rechenzentren; daneben verdient Nvidia mit Gaming, Visualisierung und Automotive.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.

Nvidia-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG. 

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