Im Rahmen seiner Keynote auf der GTC 2026 in San Jose hat Nvidia-Chef Jensen Huang eine Show abgeliefert, die selbst die kühnsten Erwartungen der Wall Street in den Schatten stellt. Das neue Schlagwort lautet: Eine Billion Dollar. DER AKTIONÄR fasst zusammen, was Anleger über das gestrige Mega-Event wissen müssen.
Was Huang zum Wochenauftakt im Gepäck hatte, war mehr als nur ein Hardware-Update – es war die Proklamation einer neuen Ära. Nvidia sieht für seine Blackwell- und die kommenden Vera-Rubin-Systeme bis 2027 ein Auftragsvolumen von unglaublichen einer Billion Dollar. Zum Vergleich: Noch im letzten Jahr lag die Prognose für diesen Zeitraum bei „bescheidenen“ 500 Milliarden Dollar. Huang hat die Messlatte damit kurzerhand verdoppelt.
Das Herzstück der Keynote war die detaillierte Vorstellung der Vera-Rubin-Architektur. Das System, bestehend aus 1,3 Millionen Einzelkomponenten, soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Der Clou: Eine zehnmal höhere Performance pro Watt im Vergleich zum Vorgänger Grace Blackwell. In Zeiten, in denen der enorme Stromverbrauch von KI-Rechenzentren zum entscheidenden Faktor avanciert ist, liefert Nvidia hier die technologische Antwort.
Zudem ging ein Raunen durch die Menge, als Huang die Integration von Groq präsentierte. Die Übernahme des Start-ups für 20 Milliarden Dollar – der größte Deal in der Firmengeschichte – trägt bereits Früchte. Mit dem Groq 3 LPU (Language Processing Unit) hat Nvidia einen Spezialprozessor geschaffen, der die Latenzzeiten massiv drückt.
In der neuen „Groq 3 LPX“-Rack-Konfiguration agiert die LPU (Language Processing Unit; ein Spezial-KI-Beschleuniger, der dafür entwickelt wurde, große Sprachmodelle mit hoher Geschwindigkeit auszuführen) als Turbo für die Rubin-GPUs. Das Ergebnis: Eine bis zu 35-mal höhere Performance (Tokens pro Watt). Huang verdeutlichte die Strategie: „Wir vereinen zwei Welten – maximaler Durchsatz trifft auf minimale Latenz.“
Agentische KI laut Huang zudem der nächste große Wachstumstreiber der Branche. Der Fokus verlagert sich zunehmend von einfachen Chatbots hin zu autonomen KI-Agenten, die komplexe Aufgaben eigenständig ausführen. Hier setzt Nvidia konsequent auf den Trend rund um OpenClaw (initiiert vom Österreicher Peter Steinberger). Mit dem neuen „NemoClaw“-Toolkit macht Nvidia die Leistungsfähigkeit dieser Open-Source-Technologie unternehmensreif.
Im Bereich Automotive gibt Nvidia weiter Vollgas. Die Partnerschaft mit Uber wird massiv ausgeweitet: Bis 2028 soll eine Flotte von autonomen Fahrzeugen mit Nvidia-Software in 28 Städten weltweit unterwegs sein. Zudem setzen Schwergewichte wie Nissan, BYD und Hyundai bei ihren Level-4-Ambitionen auf Nvidias Drive Hyperion-Plattform.
Aber auch das All hat Nvidia im Visier: Hunang kündigte kurzerhand den Bau von Rechenzentren im Orbit an. „Wir gehen ins Weltall. Wir waren bereits im All. Unser Thore-Chip ist strahlungssicher und wir sind auf Satelliten aktiv. Wir machen derzeit Bildaufnahmen aus dem All, und in Zukunft werden wir auch Datenzentren im All errichten“, erklärte der Nvidia-Chef. Jüngst hatte DER AKTIONÄR in den Aktienreports „Galaktisches Potenzial“ und „Weltraum-Geheimtipp vor dem Abflug“ gleich drei potenzielle Highflyer aus dem Orbit vorgestellt. Diese sind weiterhin aussichtsreich.
Huang hat eine starke Prognose abgeliefert. Gelingt der Aktie nun der Sprung über den GD50 dürfte das Papier wieder Kurs auf das Rekordhoch nehmen. Wer noch nicht dabei ist, kann bei Nvidia weiter einsteigen. Die Aktie, die Teil des AKTIONÄR-Depots ist, bleibt ein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Nvidia-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 07:01