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Nvidia‑Partner verschiebt IPO – Warnsignal für den KI‑Boom

Nvidia‑Partner verschiebt IPO – Warnsignal für den KI‑Boom
Foto: Nvidia
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Jan-Paul Fóri Heute, 08:08 ‧ Jan-Paul Fóri
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Der australische KI-Rechenzentrumsbetreiber Firmus Grid hat den geplanten Börsengang zurückgezogen. Als Gründe nannte der Nvidia-Partner die Marktvolatilität und die aktuellen Rahmenbedingungen. Stattdessen soll nun privates Kapital eingeworben werden – ein Rückschlag für den KI-Infrastrukturboom.

Die Aktien sollten zu 11 Australischen Dollar je Anteilsschein angeboten werden. Damit wäre Firmus auf eine Bewertung von rund 30,6 Milliarden Dollar gekommen. Einschließlich einer möglichen Mehrzuteilungsoption war ein Emissionsvolumen von bis zu 5,5 Milliarden Dollar im Gespräch. Die Nachfrage blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Bloomberg hatte zuvor über aggressive Preisvorstellungen und Gespräche über eine private Finanzierungsrunde berichtet.

Firmus erklärte, die Konditionen des Angebots hätten die Stärke des Geschäfts und die langfristigen Wachstumsaussichten nicht angemessen widergespiegelt. Der Vorstand sei daher zu dem Schluss gekommen, „dass die Durchführung des Angebots nicht im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre gewesen wäre“. Nun werde Firmus Kapital an den privaten Märkten aufnehmen und alternative Optionen prüfen.

Bewertung in kurzer Zeit fast verdreifacht

Der Rückzieher fällt besonders ins Gewicht, weil Firmus erst im August eine Finanzierungsrunde über 2 Milliarden Dollar abgeschlossen hatte. Beteiligt waren unter anderem Nvidia, Coatue Management, Blackstone und Jane Street. Damals wurde das Unternehmen mit mehr als 10,5 Milliarden Dollar bewertet. Die geplante Börsenbewertung hätte diesen Wert in kurzer Zeit nahezu verdreifacht.

Firmus entstand 2019 zunächst als Bitcoin-Miner in Tasmanien. Heute betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben KI-Rechenzentren in Australien, Singapur, Indonesien und Malaysia. Nvidia ist über strategische Beteiligungen und langfristige Technologiepartnerschaften mit dem Ausbau verbunden.

Nvidia (WKN: 918422)

Für Nvidia bedeutet der geplatzte Börsengang zunächst keinen direkten operativen Einschnitt. Der Vorgang liefert jedoch einen Hinweis auf die Stimmung an den Kapitalmärkten. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Nvidia-Chips bleibt hoch. Bei kapitalintensiven Infrastrukturprojekten stoßen hohe Bewertungen und große Finanzierungsvolumen aber offenbar auf mehr Zurückhaltung. Auch Microsoft wurde jüngst zu einem Baustopp an einem Rechenzentrum gezwungen. Trotzdem bleibt Nvidia ein Kauf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.

Nvidia-Aktie befinden sich in einem Realdepot der Börsenmedien AG. 

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