18.02.2019 Benedikt Kaufmann

Nintendo: Neuer Fokus auf Spiele-Software...

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Trendthema

Nintendo hat im Rahmen der „Nintendo Direct“-Präsentation gleich 18 neue Spiele angekündigt. Der Fokus auf das Software-Geschäft soll die schwächelnden Hardware-Verkäufe ausgleichen. Das gut gefüllte Spiele-Portfolio kann die Gemüter der Anleger nach den heftigen Kursverlusten im vergangenen Jahr etwas beruhigen.

Konsolen-Realität

Seit Februar 2018 verlor die Nintendo-Aktie rund 40 Prozent. Auslöser für die schwache Performance waren vor allem die Verkaufszahlen der Switch-Konsole. Denn schwache Märkte in Asien und die Gaming-Problematik in China waren schlechte Vorzeichen – die Switch verkaufte sich deutlich schlechter, als erwartet.

Nintendo rechnete für das Fiskaljahr 2018 (bis März 2019) mit 20 Millionen Exemplaren, Analysten rechnen im Schnitt mit rund 18 Millionen verkauften Konsolen. Der japanische Gaming-Konzern hat nach den Q3-Zahlen die Prognose jedoch angepasst. Mittlerweile sollen im Gesamtjahr 2019 nur noch 17 Millionen Switch-Konsolen verkauft werden.

Software-Traum

Die schwächelnden Konsolen-Verkäufe will Nintendo mit einem Fokus auf das Spiele-Portfolio ausgleichen. Die Switch soll durch zahlreiche Neuveröffentlichungen zusätzlich unterstützt werden. Mittlerweile verfügt die Switch-Bibliothek über 1.200 Titel, während der Vorgänger die WiiU nur 438 Titel unterstützte.

Und auch Nintendo selbst will durch zusätzliche Spiele die neue Konsolengeneration nutzen. So wurde in der „Nintendo Direct“-Präsentation vergangene Woche gleich 18 neue Spiele angekündigt. Darunter auch „Super Mario Maker 2“, das bereits im Juni erscheinen soll und ein Remake des Klassikers Zelda: Link’s Awakening.

Auf dem Boden bleiben

DER AKTIONÄR ist, nachdem die Schätzungen zur Switch-Konsole deutlich danebenlagen, noch nicht vollständig überzeugt von der Wachstums-Story angetrieben durch neue Spiele. Die Chancen stehen zwar gut, dass Nintendo im Bereich der Switch-Software Boden gut macht, doch in Sachen Mobile- und Multiplayer-Gaming hat der Konzern noch viel vor sich. Mit einem KGV von 18 für das nächste Geschäftsjahr ist die Aktie zudem nicht günstiger als die US-Konkurrenten Activision Blizzard oder Electronic Arts – die in Sachen Software deutlich die Nase vorn haben.