Der Konflikt im Nahen Osten weitet sich aus. Während Irans Präsident Masoud Pezeshkian die Verantwortung für ein Ende des Krieges bei den USA sieht, versucht China, über den jüngsten Trump-Xi-Gipfel Bewegung in die festgefahrene Lage zu bringen. Gleichzeitig greifen die Huthi-Rebellen erneut Ziele in Saudi-Arabien an.
„Amerika muss entscheiden, ob es diesen Krieg beenden will oder nicht“, sagte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit Fox News. Auf die Frage, ob der seit sieben Monaten andauernde Krieg noch in diesem Jahr beendet werden könnte, verwies Pezeshkian damit direkt auf Washington.
Neue Angriffe auf Saudi-Arabien
Die Aussagen erfolgten vor dem Hintergrund einer neuen Angriffswelle der Huthi-Rebellen. Nach Angaben saudischer Behörden feuerten die Huthi am Freitagmorgen Dutzende Raketen und Drohnen auf Ziele im Königreich. Sechs ballistische Raketen seien abgefangen worden.
In Mekka, Dschidda und Yanbu wurden Notfallwarnungen ausgelöst. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan wollten zudem kurzfristig ein Treffen ihrer Generalstabschefs abhalten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Königreich im Rahmen des sogenannten Abkommens zur gemeinsamen Verteidigung von Mekka unterstützt werden kann.
Der saudische Großmufti schlug einen deutlich schärferen Ton an. Er rief die Soldaten dazu auf, bereit zu sein, im Kampf gegen die Huthi „ihr Leben niederzulegen“, bis die Gruppierung von der Macht verdrängt sei.
Teheran weist Verantwortung zurück
Pezeshkian bemühte sich unterdessen, Iran von der jüngsten Eskalation zu distanzieren. Die Huthi seien für ihre eigenen Aktionen verantwortlich, sagte der Präsident. Iran befinde sich nicht im Krieg mit Saudi-Arabien. Die Huthi hätten „ihre eigenen Angelegenheiten“.
Die Aussagen dürften die Spannungen an den regionalen Märkten jedoch kaum beruhigen. Mit den Angriffen auf Saudi-Arabien rückt neben der Straße von Hormus eine weitere zentrale Infrastruktur für die Energieversorgung in den Fokus.
China setzt auf Trump-Xi-Gipfel
Diplomatisch ist der Konflikt zudem eng mit den Gesprächen zwischen den USA und China verknüpft. Der chinesische Präsident Xi Jinping hält sich zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA auf. Bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump standen unter anderem Handel, Künstliche Intelligenz, Taiwan und Iran auf der Agenda (DER AKTIONÄR berichtete).
US-Präsident Trump hatte Peking zuvor aufgefordert, Druck auf Teheran auszuüben und eine politische Lösung zu unterstützen. Parallel dazu wurden am Rande der UN-Generalversammlung in New York indirekte Gespräche zwischen den USA und Iran wieder aufgenommen.
An den Rohstoffmärkten notiert Brent am Freitag rund 1,5 Prozent tiefer bei 105,06 Dollar. Dennoch hält sich der Preis damit klar über der 100-Dollar-Marke. Zum Vergleich: Zum Jahreswechsel hatte ein Barrel lediglich rund 60 Dollar gekostet.
Der Nahost-Krieg beeinflusst die Börsen weiterhin. Abzuwarten bleibt, ob China als Vermittler einen Durchbruch in den festgefahrenen Verhandlungen herbeiführen kann.
Heute, 11:55
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