Den prominentesten Platz des Abends hatte kein Minister, sondern ein Chipmanager: Nvidia-Chef Jensen Huang saß beim Staatsbankett für Xi Jinping im Weißen Haus am Haupttisch, gemeinsam mit Elon Musk, AMD-Chefin Lisa Su und Apple-Chairman Tim Cook. Die Sitzordnung ist eine Botschaft – an Peking ebenso wie an die Anleger.
Nvidia: Wenig Zählbares aus Washington
Handfestes brachte der Gipfel kaum. Die Zollwaffenruhe zwischen den USA und China wird nur um zwei Monate bis zum 10. Januar verlängert, eine Lockerung der Chip-Exportkontrollen gab es nicht. Für Nvidia ist das verkraftbar: Der Konzern hat Umsätze mit chinesischen Rechenzentren komplett aus dem Ausblick genommen und peilt für das laufende Quartal trotzdem rund 108 Milliarden Dollar Umsatz an. Jede neue Exportlizenz wäre damit Zugabe.
Die Kehrseite steht im chinesischen Protokoll des Treffens: Xi forderte, die USA sollten die Unabhängigkeit Taiwans ausdrücklich „ablehnen“, statt sie wie bisher nur „nicht zu unterstützen“. Zugleich hält Trump seit Mai ein Waffenpaket für Taiwan über rund 14 Milliarden Dollar zurück. Für eine Branche, deren modernste Fertigung auf der Insel steht, ist Xis Forderung der Satz mit Sprengkraft.
Die Nvidia-Aktie schloss am Donnerstag bei 224,58 Dollar. Den Widerstand markiert das Hoch vom 4. September bei 234,76 Dollar, rund 4,5 Prozent über dem aktuellen Kurs. Nach unten bildet der Bereich um 210 Dollar die Unterstützung: Dort drehte der Kurs am 24. August und am 14. September jeweils nach oben. Die 200-Tage-Linie verläuft bei rund 200 Dollar. Ein Bruch der 210-Dollar-Zone würde das Seitwärtsband der vergangenen Wochen nach unten verlassen.
Das AKTIONÄR-Depot setzt bei Nvidia weiter auf einen Kursanstieg.
Eines hat der Gipfel allerdings auch gezeigt: Peking wartet nicht auf Lizenzen aus Washington, sondern treibt eigene KI-Chips mit Hochdruck voran. Welche chinesischen Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie Künstlicher Intelligenz und Chips bereits jetzt ins Portfolio gehören, erfahren Sie im Börsenbrief China Stock Report.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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