Die Ölpreise haben am Freitag einen Teil ihrer kräftigen Vortagsgewinne wieder abgegeben. Brent verbilligte sich am Morgen um gut 0,8 Prozent auf 105,72 Dollar je Barrel. Zuvor hatten die Notierungen wegen der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten innerhalb von zwei Tagen um rund 10 Prozent zugelegt.
Für etwas Hoffnung auf eine Entspannung sorgte ein neuer Vorschlag des Iran. Medienberichten zufolge stellte Teheran den USA über Vermittler einen Plan zur Wiederaufnahme der Verhandlungen vor. Demnach könnte die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder geöffnet werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi äußerte sich laut „New York Times“ und „Financial Times“ am Rande der UN-Woche in New York entsprechend. Das Weiße Haus erklärte auf Nachfrage: „Wir führen über die Vermittler positive und konstruktive Gespräche.“
„Brent dürfte sich wahrscheinlich um 100 bis 110 Dollar halten, solange sich die Lage nicht grundlegend ändert“, sagte Haris Khurshid, Anlagechef bei Karobaar Capital, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine glaubwürdige Vereinbarung könnte den Preis schnell wieder unter 100 Dollar drücken. Neue Probleme bei Exporten oder im Transport könnten dagegen einen Anstieg auf 120 Dollar auslösen.
Rückenwind von Analysten
Eine Aktie, die davon natürlich besonders stark profitiert, ist TotalEnergies. Der französische Energieriese ist stark in der Öl- und Gasförderung aufgestellt und verfügt über im Branchenvergleich sehr niedrige Förderkosten. Daher klingelt Tag für Tag die Kasse. Der Aktienkurs steht nun kurz vor dem Sprung über das bisherige Allzeithoch bei 81,36 Euro.
Zudem erhalten die Anteilscheine von TotalEnergies weiterhin Rückenwind von Experten. So hat heute die britische Großbank HSBC das Kursziel auf 93,00 Euro angehoben und rät weiter zum Kauf. Die RBC bekräftigte in dieser Woche ebenfalls ihre Kaufempfehlung (Ziel: 85,00 Euro). Analyst Biraj Borkhataria geht davon aus, dass die Gewinne im Sektor immens steigen dürften. Er führt dies auf rekordhohe Raffiniermargen und starke Handelsergebnisse zurück.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Die starke Marktstellung, die gute Kostenstruktur und die solide Bilanz spiegelt die aktuelle Bewertung der TotalEnergies-Aktie mit einem KGV von 8 für das laufende Jahr aktuell nicht wider. Zudem steht der Kurs kurz vor einem weiteren Kaufsignal. Die Dividendenperle bleibt daher ein Kauf. Der Stoppkurs sollte bei 55,00 Euro belassen werden.
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