Der KI-Boom kostet immer mehr Geld. Jetzt will Meta mindestens 20 Milliarden Dollar über den Anleihemarkt einsammeln. Damit reiht sich der Facebook-Konzern in eine wachsende Zahl von Tech-Giganten ein, die ihre milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz zunehmend über Fremdkapital finanzieren.
Rund 15 Milliarden Dollar entfallen auf fünf Tranchen mit Laufzeiten zwischen fünf und 30 Jahren. Zusätzlich plant Meta erstmals eine Euro-Anleihe, die bereits am Mittwoch starten könnte. Die Platzierung der Dollar-Anleihen soll noch am Dienstag abgeschlossen werden.
Für die fünfjährige Laufzeit liegt der anfängliche Zinsaufschlag bei 1,30 Prozentpunkten gegenüber US-Staatsanleihen. Bei den 30-jährigen Papieren sind es 2,50 Prozentpunkte. Dazwischen bietet Meta Laufzeiten von sieben, zehn und 20 Jahren an.
Es ist der erste Besuch am Investment-Grade-Anleihemarkt seit April. Damals sammelte Meta 25 Milliarden Dollar ein. Die Nachfrage war enorm: Zeitweise lagen die Kaufaufträge bei 96 Milliarden Dollar. Inzwischen ist die Stimmung am Markt vorsichtiger. Investoren verlangen höhere Risikoaufschläge, um sich für die enormen Ausgabenpläne der Tech-Konzerne entschädigen zu lassen.
Milliarden für das KI-Rennen
Meta ist mit seiner Finanzierungsoffensive nicht allein. Oracle platzierte am Montag Anleihen im Volumen von zehn Milliarden Dollar. Alphabet nahm sechs Milliarden Euro auf. Microsoft hatte bereits in der Vorwoche 25 Milliarden Dollar eingesammelt.
Der Hintergrund: Der Ausbau der KI-Infrastruktur verschlingt gewaltige Summen. Hyperscaler und sogenannte Neocloud-Anbieter dürften in den kommenden drei Jahren zusammen knapp 4,5 Billionen Dollar investieren. Gleichzeitig wächst die Frage, ob sich die gewaltigen Investitionen langfristig auszahlen und wie viel zusätzliches Fremdkapital der Markt noch aufnehmen kann.
Meta treibt den Ausbau seiner KI-Aktivitäten ebenfalls voran. Mit Muse Wonder stellte der Konzern zuletzt ein neues Modell vor, das laut Management bei Programmierung sowie komplexen Finanz- und Rechtsaufgaben mit den Angeboten von OpenAI und Anthropic mithalten soll.
Der Gang an den Kapitalmarkt zeigt, wie kostenintensiv der KI-Ausbau ist. Trotzdem halten Anleger an Meta fest.
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