TeamViewer kassiert die Prognose: Die Göppinger erwarten für dieses Jahr kein Umsatzwachstum mehr. Währungsbereinigt dürften die Erlöse gegenüber dem Pro-forma-Vorjahreswert um ein bis zwei Prozent zurückgehen. Verzögerte Abschlüsse bei Großkunden und wirtschaftliche Unsicherheiten sind der Grund.
Die Aktie reagiert deutlich: Mit minus 25 Prozent auf 5,42 Euro sind die in diesem Jahr aufgebauten Kursgewinne wieder dahin. Die Aktie ist mit diesem Kursrutsch heute auch der mit Abstand größte Verlierer im Nebenwerte-Index SDAX.
Operativ zeigt das dritte Quartal Bremsspuren. Der Umsatz fiel um 3,9 Prozent auf 184,5 Millionen Euro, währungsbereinigt betrug das Minus 2,2 Prozent. Die bereinigte Gewinnmarge lag bei 42,8 Prozent, fast drei Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Der Gewinn wuchs dennoch um gut ein Viertel auf 36 Millionen Euro. Die Marge von rund 43 Prozent für 2026 bleibt laut CEO Oliver Steil das Ziel.
Der Ausblick auf das traditionell wichtige vierte Quartal ist gedämpft. Steil nennt größere Deals, die man in der Pipeline hatte, man nun aber "so nicht kommen sieht", darunter angepeilte Verträge mit öffentlichen Kunden in den USA. Das Neugeschäft sei insgesamt gut, "aber ehrlicherweise nicht gut genug". Besonders in Europa seien die Kunden zurückhaltend. Der wiederkehrende Umsatz (ARR) ging im dritten Quartal um 2,6 Prozent zurück.
An der Strategie ändert sich laut Steil nichts. Die Großkundenprodukte Teamviewer One und Dex laufen gut, ebenso die Nutzung von KI. Im schwächelnden Geschäft mit kleinen und mittleren Kunden (SMB) werden die Rückgänge kleiner. Im kommenden Jahr soll der Vertragsbestand (ARR) beschleunigt wachsen, unterstützt durch eine bessere Auslastung der Vertriebsorganisation in Europa und bessere Geschäfte mit Großkunden in den USA.
Die Aktie von TeamViewer wird heute nach unten durchgereicht. Dabei wurde auch die wichtige 200-Tage-Linie gerissen. Vorerst abwarten.
Heute, 10:59
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