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31.05.2018 Andreas Deutsch

Mega-Krise und Horror-Crash - diese Profis sagen etwas anderes

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DAX

George Soros warnt vor der nächsten Finanzkrise - und bekommt Gegenwind. Mehreren Experten macht das aktuelle Gewitter kaum Sorgen.

Politische Risiken sorgen aktuell für Nervosität am Markt – Beispiele dafür sind die Krise um die Regierungsbildung in Italien, der Handelskrieg der USA oder die Hyperinflation in der Türkei und in Argentinien. All das zehrt an den Nerven der Anleger. Die Kurse gehen in die Knie.

„Durch Volatilität können aber auch Chancen entstehen“, sagt Serge Pizem, Head of Multi-Asset-Investments bei AXA IM. Die Versuchung sei groß, bei den ersten Anzeichen von Ärger alles zu verkaufen. „Das kann allerdings dazu führen, dass man seine Verluste realisiert und die Erholung verpasst. Investoren, die mehr Gelassenheit an den Tag legen und bereit sind, langfristig höhere Risiken einzugehen, können sich in vorübergehenden volatilen Phasen vielleicht Qualitätsaktien und -anleihen zu günstigen Preisen sichern.“

Natürlich gab es auch Fälle, in denen die Investoren kalt erwischt wurden und es massiv nach unten ging an den Märkten. Die besten Beispiele: der Brexit und die Trump-Wahl. Doch seit dem Brexit hat der FTSE 100 19 Prozent zugelegt und der S&P 500 seit Trumps Sieg sogar 25 Prozent.

Pizems Rat: „Volatilität wird es immer geben, aber deshalb sollte man seine Meinung nicht jeden Tag ändern. Tatsächlich entstehen in volatilen Phasen interessante Kaufmöglichkeiten. Um langfristig attraktive Erträge zu erzielen, ist es wichtiger, einen klaren Standpunkt zu einer bestimmten Assetklasse zu beziehen, als reflexartig auf Marktbewegungen zu reagieren.“

USA läuft weiter

Volatil geht es seit Wochen auch in den USA zu. Doch Maya Bhandari, Fondsmanagerin bei Columbia Threadneedle, sieht die US-Unternehmen insgesamt auf einem guten Weg. „Die jüngste Berichtssaison ist überraschend gut verlaufen“, so die Expertin. „Bemerkenswert ist, dass die Stärke nicht allein auf die Steuerreform zurückzuführen ist, wie an Aufwärtskorrekturen beim prognostizierten Wachstum des EBIT (Gewinne vor Zinsen und Steuern) erkennbar ist.“

Bhandari weiter: „Unter Berücksichtigung der jüngsten Aufwärtskorrekturen des EBIT, die eine Verbesserung der Fundamentaldaten über die bessere Steuersituation hinaus signalisieren, sind wir der Ansicht, dass der US-Aktienmarkt seit Jahresbeginn günstiger geworden ist.“

Optimistisch für Deutschland

Auch für den DAX sieht es gut aus, meinen Deutschlands Vermögensverwalter, die jeden Monat von DAB BNP Paribas befragt werden. Während 35 Prozent weiter steigende Kurse erwarten, rechnen nur zwölf Prozent mit einem Rückgang. 53 Prozent gehen von einer stabilen, gleich bleibenden Entwicklung aus.

76 Prozent halten deutsche Aktien derzeit für fair bewertet.

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