Nach der starken Rally der letzten Wochen legt die K+S-Aktie am Donnerstag eine Vollbremsung hin. Grund dafür ist eine Meldung aus den USA, die das mühsam austarierte Angebot-Nachfrage-Gefüge am Düngemittelmarkt kräftig durcheinanderwirbeln könnte. Konkret plant die US-Regierung offenbar eine Kehrtwende bei den Sanktionen gegen Belarus.
K+S-Aktionäre brauchen aktuell starke Nerven: Binnen kurzer Zeit verliert das Papier am Nachmittag rund sechs Prozent. Die jüngste Kursrally, im Zuge derer das Papier um mehr als ein Drittel nach oben schoss, ist jäh beendet.
Auslöser der Verkaufswelle ist ein Bericht der staatlichen belarussischen Nachrichtenagentur BelTA. Laut dieser haben die USA angekündigt, die Sanktionen gegen belarussisches Kali aufzuheben. Der US-Sondergesandte John Coale wird mit den Worten zitiert, dass zwei belarussische Unternehmen von sämtlichen Sanktionslisten gestrichen werden sollen. Scheinbar will Trump so die Düngemittelpreise senken.
Für den globalen Kalimarkt ist das eine Nachricht mit Sprengkraft. Belarus zählt neben Kanada und Russland zu den wichtigsten Förderregionen weltweit. Die Sanktionen hatten das globale Angebot künstlich verknappt und die Preise gestützt. Sollten diese Exportbeschränkungen nun fallen, droht eine Rückkehr großer Mengen auf den Weltmarkt – was den Preisdruck auf Kali massiv erhöhen dürfte.
Sollten die Sanktionen gegen Belarus tatsächlich aufgehoben werden, dürfte sich der Abwärtsdruck bei K+S verschärfen. Vorerst bleiben Anleger an Bord und beachten den Stoppkurs des AKTIONÄR. Wie Analysten die K+S-Aktie jetzt einstufen, erfahren Sie in diesem AKTIONÄR+-Artikel. In der aktuellen Ausgabe beleuchtet die Redaktion indes wie sich das Papier des MDAX-Konzern im Härtetest schlägt. Das umfassende E-Paper mit 124 Seiten finden Sie hier.
Heute, 18:25