NEMETSCHEK zeigt sich trotz konjunktureller Unsicherheiten optimistisch für das laufende Jahr. Zwar belasten geopolitische Spannungen – insbesondere im Nahen Osten – weiterhin das Umfeld, doch die langfristigen Wachstumstreiber bleiben intakt. Die zuletzt arg gebeutelte Aktie reagiert positiv auf den Ausblick.
Nemetschek hat im Geschäftsjahr 2025 seinen Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt. Für das laufende Jahr stellt Konzernchef Yves Padrines ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 bis 15 Prozent (erwartet: 13,4 Prozent) in Aussicht. Die EBITDA-Marge soll auf 32 bis 33 Prozent (erwartet: 32,4 Prozent) steigen und damit erneut zulegen.
Die Planvorgaben signalisieren eine erwartete Normalisierung des Wachstums nach dem außergewöhnlich starken Jahr 2025, liegen aber leicht über den Erwartungen – und beinhalten vor allem keine negativen Überraschungen. Analysten bewerten den Ausblick in einer ersten Reaktion daher überwiegend positiv.
AKTIONÄR-Leser wissen: Nemetschek verfügt in der Bauindustrie, die traditionell konservativ und risikoavers ist und sich keine Fehlentscheidungen leisten kann, über jahrzehntelang aufgebaute Kundenbeziehungen, proprietäre Projektdaten und hohe Wechselkosten. Die Münchner decken mit ihren Produkten den gesamten Prozess von der Planung über die Konstruktion bis hin zum Betrieb ab. Damit gilt das Unternehmen als einer der zentralen Treiber der Digitalisierung in der Bauwirtschaft.
Impulse erwartet der Bausoftware-Spezialist durch den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI), die sowohl neue Wachstumspotenziale entlang des Bau- und Infrastrukturlebenszyklus erschließen als auch die Effizienz steigern soll.
An der Börse kommt der Ausblick gut an: Die Aktie legt gegen den schwachen Markttrend zu, nachdem das Papier seit Jahresbeginn deutlich unter Druck stand und rund ein Viertel an Wert verloren hat. Vom Rekordhoch im August ist damit nur noch etwa die Hälfte übrig. Die Hintergründe hat DER AKTIONÄR ausführlich dargestellt.
Nemetschek wächst auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Mischung aus weiterhin starker Marktstellung, einem steigenden Anteil wiederkehrender Umsätze und zunehmender KI-Integration in die eigenen Lösungen bildet die Grundlage für weiteres profitables Wachstum. Infrastrukturprogramme sollten mittel- bis langfristig unterstützend wirken, und der weltweit niedrige Digitalisierungsgrad der Baubranche bietet ebenfalls erhebliches Potenzial. Erweisen sich die viel diskutierten KI-Sorgen als überzogen und bleibt der Konzern auf dem profitablen Wachstumskurs, würde das viel diskutierte KGV von 29 (2026e) im kommenden Jahr auf 23 fallen. Das durchschnittliche KGV der Aktie über die vergangenen zehn Jahre beträgt 56. Auch wenn dieses Bewertungsniveau vorerst nicht wieder erreicht wird, ist eine Gegenbewegung nach dem Rücksetzer mehr als überfällig. DER AKTIONÄR setzt im Real-Depot daher auf steigende Kurse bei NEMETSCHEK.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von Nemetschek befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 15:40