Der Kurs der Lufthansa hat es momentan wieder schwer. So belasten die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Ölpreise die Aktie. Und das, obwohl das Unternehmen eigentlich sehr gut gegen Ölpreisschwankungen abgesichert ist. Gestern bekam auch ein US-Konkurrent das für Airline-Aktien aktuell relativ schwierige Sentiment zu spüren.
So legte am Abend United Airlines die Zahlen für das zweite Quartal vor. Demnach verdiente die Gesellschaft zwischen Anfang April und Ende Juni 1,99 Dollar je Aktie und übertraf damit die Analystenprognosen - bereits zum vierten Mal in Folge. Beim Umsatz verbuchte United Airlines ein Plus von 16 Prozent auf 17,7 Milliarden US-Dollar. Zudem wurde die Gesamtjahresprognose angehoben, obwohl man mit höheren Treibstoffkosten rechnet.
Trotz der guten Zahlen gab die Aktie deutlich nach, da einigen Marktteilnehmern die Gewinnprognose etwas zu vorsichtig war. Auch in den USA ist das Marktumfeld für Airline-Aktien offenbar ähnlich schwierig wie in Europa.
Das Sentiment für Airline-Aktien bleibt schwierig, wie die Kursreaktion auf die United-Airlines-Zahlen gestern zeigte. Doch wer über Mut und einen langen Atem verfügt, kann durchaus zugreifen. So wird die Lufthansa aktuell lediglich mit einem 2027er-KGV von 8 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 bewertet. Dies ist angesichts der starken Marktstellung, der Ertragsstärke des MDAX-Konzerns sowie der soliden Bilanz nicht gerechtfertigt. Die Aktie bleibt daher ein Kauf. Der Stoppkurs sollte bei 6,50 Euro belassen werden.
FAQs
Wie wirken sich steigende Ölpreise auf die Lufthansa aus?
Steigende Ölpreise erhöhen grundsätzlich die Treibstoffkosten und können die Profitabilität belasten. Allerdings sichert die Lufthansa einen großen Teil ihres Kerosinbedarfs über Termingeschäfte ab, sodass kurzfristige Preissprünge oft nur begrenzte Auswirkungen auf das Ergebnis haben.
Welche Risiken bestehen für die Lufthansa-Aktie?
Zu den wichtigsten Risiken zählen eine schwächere Konjunktur, geopolitische Krisen, dauerhaft hohe Treibstoffkosten, Streiks sowie eine rückläufige Nachfrage nach Flugreisen. Auch intensiver Wettbewerb und regulatorische Vorgaben können die Ertragsentwicklung beeinflussen.
Könnte die Lufthansa selbst zum Übernahmeziel werden?
Das gilt derzeit als eher unwahrscheinlich. Aufgrund ihrer Größe, ihrer Bedeutung für die deutsche Infrastruktur und einer Aktionärsstruktur ohne dominierenden Großinvestor wäre eine Übernahme sehr anspruchsvoll. Zudem dürften kartellrechtliche und politische Hürden eine wichtige Rolle spielen.
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