Die USA und der Iran widersprechen sich weiterhin munter bei ihren Aussagen zu den Verhandlungen, immerhin scheinen die Gespräche weiterzugehen. US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, Teheran habe einer unbegrenzten Überwachung seines Atomprogramms nach den höchsten internationalen Standards vollständig zugestimmt.
Zuvor hatte der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ali Bahreini, Aussagen von US-Vizepräsident JD Vance zurückgewiesen. Vance hatte nach den hochrangigen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran am Montag bei Luzern erklärt, dass der Iran den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder Zugang zum Land gewähren werde. Einen konkreten Zeitplan dafür gebe es allerdings noch nicht.
Bahreini widersprach dieser Darstellung. Nach seinen Angaben habe der Iran bislang keiner Rückkehr der IAEA-Inspektoren zugestimmt. Die Frage, ob und unter welchen Bedingungen diese wieder einreisen könnten, solle erst von einer eigens vorgesehenen Arbeitsgruppe behandelt werden, die ihre Arbeit noch nicht aufgenommen habe. Auch der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, betonte am Dienstag in Teheran, dass derzeit keine Inspektionen der beschädigten Atomanlagen durch die IAEA vorgesehen seien.
Trump reagierte später vor Journalisten auf die iranischen Aussagen und bezeichnete sie als falsch. Teheran wisse selbst, dass dies nicht der Wahrheit entspreche, sagte er. Andernfalls würden die Vereinigten Staaten die Verhandlungen umgehend beenden.
Tatsächlich ist die Frage des Zugangs für IAEA-Inspektoren weiterhin offen. Sie gehört zu den Punkten, die in den laufenden Verhandlungen noch geklärt werden müssen. Im vergangenen Woche unterzeichneten Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran wurde dieser Aspekt nicht abschließend geregelt. Weitere Details sollen erst in einer späteren endgültigen Vereinbarung festgelegt werden.
Unterdessen zeigt sich nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran eine Belebung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Nach Angaben des Datenanalyseunternehmens Kpler passierten zwischen Freitag und Montag insgesamt 131 Schiffe die strategisch wichtige Meerenge. Die höchsten Werte wurden am Samstag und Montag mit jeweils 35 Schiffen registriert. Trotz dieser Entwicklung bleibt das Verkehrsaufkommen deutlich unter dem früheren Niveau. Vor dem US-Angriff auf den Iran fuhren durchschnittlich zwischen 100 und 130 Schiffe pro Tag durch die Straße von Hormus. Dennoch sinken die Ölpreise aktuell weiter.
Die Hoffnung auf Frieden oder zumindest auf einen anhaltenden Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sorgt für weiter sinkende Ölpreise. Dies spielt nach wie vor Konzernen mit hohem Treibstoffverbrauch wie etwa der Lufthansa voll in die Karten. Die Aktie läuft aktuell stark, ist aber mit einem KGV von 8 und einem KBV von 0,8 immer noch günstig bewertet. Der MDAX-Titel bleibt ein Kauf, der Stopp kann vorerst noch bei 6,50 Euro belassen werden.
Heute, 06:55