Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten sowie Arbeitsniederlegungen haben die Lufthansa im zweiten Quartal erheblich belastet. Konzernchef Carsten Spohr schließt deshalb inzwischen nicht mehr aus, dass der Gewinn im Gesamtjahr 2026 unter dem Vorjahresniveau liegen könnte.
Nach Angaben des Unternehmens soll das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro liegen. Zuvor hatte Spohr trotz der infolge des Kriegs stark gestiegenen Treibstoffkosten angekündigt, das Ergebnis des Vorjahres von 1,96 Milliarden Euro "deutlich" zu übertreffen.
Vor allem die massiv gestiegenen Kerosinpreise belasteten das Ergebnis im zweiten Quartal. Das bereinigte operative Ergebnis sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss ging sogar um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro zurück. Ausschlaggebend dafür war neben der operativen Entwicklung auch ein positiver Steuereffekt, der das Vorjahresergebnis begünstigt hatte. Damit fiel das Quartalsergebnis schwächer aus, als Analysten zuvor erwartet hatten.
Der Vorstandsvorsitzende Spohr erklärte auf der Firmen-Homepage: „Wir schauen heute auf ein anspruchsvolles zweites Quartal zurück, das erneut von Krisen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt war. Trotz unserer nochmals verbesserten Auslastung und deutlich gesteigerten Durchschnittserlösen konnten die signifikant gestiegenen Treibstoffkosten nicht vollständig kompensiert werden. Positiv wirkte insbesondere die global ungebrochene Nachfrage nach Flugreisen - primär in den Premiumklassen."
Die ungünstige Kombination aus anhaltend hohen Ölpreisen und vereinzelten Streiks war natürlich eine denkbar ungünstig für die Lufthansa. Dass CEO Spohr bei der Gesamtjahresprognose etwas vorsichtiger wird, ist daher nachvollziehbar. Doch es bleibt dabei: Wer über Mut und einen langen Atem verfügt, kann bei der Lufthansa weiterhin einsteigen. So ist der gut aufgestellte MDAX-Konzern mit solider Bilanz aktuell lediglich mit einem 2027er-KGV von 8 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 bewertet. Die Aktie ist daher ein Kauf. Der Stoppkurs sollte unverändert bei 6,50 Euro belassen werden.
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