Der Flughafen Catania bleibt wegen einer neuen Aschewolke des Ätna bis zum Abend geschlossen. Für Airlines sind solche Ausfälle teuer – an der Börse dürfte der Vorfall allein aber kaum mehr als ein kurzfristiges Signal sein. Entscheidend ist, ob die Sperrung mehrere Tage anhält.
Der Ätna sorgt erneut für erhebliche Behinderungen im europäischen Luftverkehr. Wegen einer bis zu vier Kilometer hoch reichenden Aschewolke bleiben Starts und Landungen am Flughafen Catania zunächst bis 22 Uhr untersagt. Bereits seit Montag sind mehrere Dutzend Flüge ausgefallen, darunter zahlreiche internationale Verbindungen.
Für Reisende bedeutet das Verspätungen, Umleitungen und Umbuchungen. Für die betroffenen Fluggesellschaften beginnt gleichzeitig ein kostspieliger organisatorischer Kraftakt: Flugzeuge und Besatzungen müssen neu disponiert, Passagiere umgebucht und teilweise untergebracht werden. Hinzu kommen mögliche Einnahmeausfälle.
Warum Vulkanasche für Fluggesellschaften so problematisch ist
Vulkanasche ist nicht mit gewöhnlichem Staub vergleichbar. Sie kann Triebwerke beschädigen, die Sicht beeinträchtigen und wichtige Sensoren an Flugzeugen stören. Deshalb sperren Behörden den betroffenen Luftraum oft schon dann, wenn die genaue Zugbahn der Aschewolke noch nicht vollständig feststeht. Catania ist für die Region ein zentraler Verkehrsknotenpunkt. Der Flughafen fertigte 2024 rund zwölf Millionen Passagiere ab. Entsprechend groß ist die Zahl der Verbindungen, die bei einer Sperrung umgeleitet oder gestrichen werden müssen.
Die finanziellen Folgen für die Airlines sind vielfältig: Gestrichene Flüge führen zu Umsatzausfällen, während Umbuchungen, alternative Flughäfen, Hotelunterbringung, Verpflegung und Transfers zusätzliche Kosten verursachen. Zudem können sich die Störungen auf den gesamten Flugplan ausweiten, wenn Maschinen und Crews nicht rechtzeitig an ihren nächsten Einsatzorten eintreffen. Zwar sparen die Airlines durch ausgefallene Flüge teilweise Treibstoffkosten, insgesamt belasten kurzfristige Flugplanstörungen jedoch die Profitabilität – vor allem, wenn die Flughafensperrung mehrere Tage andauert.
An den Aktienmärkten dürfte der Ätna zunächst eher als kurzfristiges operationelles Risiko bewertet werden. Die Lufthansa-Aktie zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt und notiert am Nachmittag ein halbes Prozent höher. Angesichts des angeschlagenen Chartbilds drängt sich ein Einstieg jedoch weiterhin nicht auf.
Heute, 14:12
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