Mit einem Minus von rund drei Prozent ist die Aktie von Siemens Energy am Donnerstag der schwächste Wert im DAX. Der Energietechnikkonzern leidet unter einer milliardenschweren Übernahme des Schweizer Rivalen ABB. Das Rekordhoch aus dem April ist mittlerweile rund 30 Prozent entfernt.
ABB hatte im Rahmen der Quartalszahlen bekannt gegeben, dass für rund 5,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 4,8 Milliarden Euro) der britische Automatisierungsspezialist Rotork übernommen werden soll. Rotork stellt etwa Durchflusskontrollgeräte oder elektrische Stellantriebe her und ist vor allem dank hoher Auftragseingänge rund um die Elektrifizierung von Rechenzentren attraktiv für ABB geworden. Dank hoher Margen wird der Kauf trotz des durchaus hohen Preises, den die Schweizer zahlen, am Markt als strategisch sinnvoll erachtet.
Die Elektrifizierung von Rechenzentren war in den vergangenen Jahren eine der großen Schwungfedern für das operative Geschäft und den Aktienkurs. Dass ABB nun die eigene Position in dem Bereich stärkt, könnte zur Gefahr werden.
Hinzu kommt, dass am Donnerstag am Markt wieder die Sorge gespielt wird, dass die Hyperscaler ihre Data-Center-Ausgaben herunterschrauben könnten. Auf breiter Front stehen zu Handelsbeginn an der Wall Street etwa auch die Speicheraktien wie Micron, die zuletzt durch die Decke gegangen sind, unter Druck. Siemens Energy war bereits in den vergangenen Monaten wie kaum ein zweiter deutscher Wert als KI-Aktie gehandelt worden und zeigte das kräftige Auf und Ab der vergangenen Wochen meist im Sog der Tech-Titel an der Nasdaq.
Siemens Energy kann sich weiter nicht aus der Seitwärtsbewegung befreien und notiert wieder unter 150 Euro. Das Rekordhoch bei 191,66 Euro ist weit entfernt, aus Bewertungssicht wäre ein erneuter Kursanstieg dahin in einem freundlichen Marktumfeld für KI-Aktien aber durchaus realistisch. Angesichts der gut laufenden Geschäfte des Konzerns bleibt DER AKTIONÄR für die Aktie optimistisch.
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