11.07.2019 Marion Schlegel

Lufthansa: Vorerst Entwarnung auf der Streikseite – Entwarnung auch für die Aktie?

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Lufthansa
Trendthema

Passagiere der Lufthansa und ihres Ablegers Eurowings müssen für die kommenden Wochen keine Streiks fürchten. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo will sich bei den Vorbereitungen möglicher Arbeitskämpfe mehr Zeit nehmen als ursprünglich angekündigt, so dass Ausstände noch in der Sommerferienzeit immer unwahrscheinlicher werden.

Die für die Flugbetriebe Eurowings und Germanwings angekündigten Urabstimmungen sollen zwar "noch in diesem Monat" eingeleitet werden, wie der Ufo-Vizevorsitzende Daniel Flohr der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Gewerkschaft wolle den Beschäftigten aber wahrscheinlich längere Fristen von bis zu vier Wochen für die Entscheidung über einen Arbeitskampf einräumen. Damit ist ein Streik der Flugbegleiter vor September nahezu ausgeschlossen.

Noch weiter entfernt sind Streiks bei der Muttergesellschaft Lufthansa. Hier hat das Unternehmen bislang noch nicht einmal die Kündigung der alten Tarifverträge anerkannt, weil sie den Rumpfvorstand der Ufo für nicht vertretungsberechtigt hält. Auch hat die Gewerkschaft bislang keine Tarifforderungen gestellt, wie beide Seiten bestätigen.

Selbst nach einer wirksamen Kündigung müsste zunächst ein zwischen beiden Seiten vereinbartes Schlichtungsverfahren scheitern, bevor zu begrenzten Streiks aufgerufen werden könnte. Lufthansa und Eurowings verlangen von der Ufo die satzungsgemäße Berufung ihres Vorstands als Voraussetzung für weitere Gespräche.

Lufthansa (WKN: 823212)

Dass zumindest die große Urlaubszeit bei der Lufthansa wohl ohne Streiks ablaufen kann ist sicher positiv. Dafür sorgen die jüngsten Meldungen vom Gipfel der EU-Finanz- und Wirtschaftsministerfür Missmut. Denn die Minister wollen Fliegen teurer machen. So hat etwa die Niederlande angekündigt, sich für eine EU-weit abgestimmte Steuer für die Airlines einzusetzen. Frankreich will ab dem kommenden Jahr eine Art Ökosteuer auf Tickets erheben, die zwischen 1,50 und 18 Euro liegen soll. Dies drückt die Stimmung im Sektor. Für die Aktie der Lufthansa gilt es jetzt, die wichtige Unterstützung in Form des 52-Wochentiefs bei 14,33 Euro zu verteidigen.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.

(Mit Material von dpa-AFX)