07.05.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa: Verhandlungen über Staatseinstieg kurz vor dem Abschluss - was bedeutet das für die Aktionäre?

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Deutsche Lufthansa

Die Lufthansa hat einen Zwischenstand zu den laufenden Rettungsverhandlungen mit der Bundesregierung veröffentlicht. Laut einer Pflichtmitteilung an die Börse vom umfasst das Gesamtpaket ein Volumen von neun Milliarden Euro. Neben einer stillen Beteiligung des bundeseigenen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) geht es um einen Kredit in noch ungenannter Höhe und eine direkte Beteiligung des Bundes.

Darüber hinaus will der Staat im Aufsichtsrat vertreten sein. Über eine Kapitalbeteiligung des Bundes bis zu einer Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Stimme werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. In einer Variante könnte der WSF bereits zum Nennwert der Aktie von 2,56 Euro zum Zuge kommen.

Dem Einstieg des Bundes könnte ein Kapitalschnitt vorangehen, bei dem Aktien der bisherigen Eigentümer zum Teil eingezogen würden, um dann in einem zweiten Schritt das Grundkapital wieder auf das vorherige Niveau zu erhöhen. Den Aktionären war bereits die Dividende für 2019 gestrichen worden. Bei einem Einstieg des Staates wären zudem künftige Dividenden untersagt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kursrutsch bis auf unter 7,00 Euro?

Sollte sich der Bund 25 Prozent plus eine Aktien sichern wollen, so müssten rund 160 Millionen neue Anteilscheine ausgegeben werden, die Aktienanzahl würde damit um etwa 33 Prozent steigen. Die Anteile der Alt-Eigentümer würden dadurch natürlich erheblich verwässert werden.

Würden die neuen Papiere tatsächlich zu einem Ausgabepreis von 2,56 Euro ausgegeben werden, würde sich ausgehend vom aktuellen Kursniveau von knapp 8,00 Euro daraus rein rechnerisch ein neuer Kurs von 6,54 Euro ergeben. 

Wobei es natürlich durchaus möglich ist, dass sich die Verhandlungen noch länger hinziehen und sich die Konditionen noch ändern. Besonderes Augenmerk sollten Anleger dann auch auf die Verzinsung der Staatskredite sowie des Garantiezinses für die stillen Beteiligung legen. 

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Eine größere Kapitalerhöhung, welche den Kurs zusätzlich belastet, dürfte wohl unvermeidlich sein. Wegen der eher trüben Aussichten (mehr dazu lesen Sie hier) sowie des angeschlagenen Charts sollten Anleger weiterhin nicht einsteigen. 

Mit Material von dpa-AFX

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.