29.04.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa-Tochter beantragt Staatshilfe

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Deutsche Lufthansa

Während die Verhandlungen der Lufthansa mit der Bundesregierung offenbar weiterhin in einer Sackgasse stecken (mehr dazu lesen Sie unter: Lufthansa: Das wäre das Horror-Szenario), geht es in Österreich bereits voran. So hat die Lufthansa-Tochter AUA nun in Österreich Staatshilfen von 767 Millionen Euro beantragt.

"Ich kann bestätigen, dass wir heute Abend einen offiziellen Antrag auf staatliche Beihilfe an die ÖKB und COFAG gestellt haben", sagte AUA-Sprecher Peter Thier am Dienstagabend zur APA. Ein großer Teil der Summe bestehe aus rückzahlbaren Krediten, der andere Teil seien Zuschüsse, die noch zu verhandeln sind, so der Sprecher weiter.

Abgewickelt werden die Staatshilfen von der Corona-Finanzierungsagentur COFAG, die den 15 Milliarden Euro schweren Corona-Hilfsfonds verwaltet. Beantragt werden die Kredite daraus über die Hausbank. Im Fall von AUA handelt es sich um ein Konsortium, an dem Vernehmen nach unter anderem Erste Bank und Raiffeisen beteiligt sind.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Für eine nachhaltige Rettung benötigt die Lufthansa nicht nur zusätzliche Kredite, sondern auch weiteres Eigenkapital. Kommt es durch staatliche Beteiligung zu einer Kapitalerhöhung, dürfte die Ausgabe neuer Aktien den Kurs der bereits ausstehenden "alten" Aktien belasten. Würde es hingegen zu einer Insolvenz in Eigenverwaltung kommen, dürfte es für die Anteilseigner noch düsterer aussehen. DER AKTIONÄR rät daher weiterhin davon ab, bei der Lufthansa in dieser Phase zuzugreifen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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