28.06.2012 Steffen Eidam

Lufthansa streicht viele Stellen

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Lufthansa
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Sparen ist Trumpf bei der Lufthansa. Um auch künftig in der umkämpften Luftfahrtbranche bestehen zu können, plant die Kranich-Airline neben der Verlagerung ins Ausland einen massiven Stellenabbau in Deutschland.

Nachtflugverbot, Startbahnverbot, Luftverkehrssteuer: Die Luftfahrtbranche hat gerade in Deutschland mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Personalvorstand Stefan Lauer zeigte sich nachdenklich und kündigt Stellenstreichungen an. Findet die Aktie zurück zu alten Höhen?


Blockade-Haltung

Der Widerstand gegen den Ausbau des Münchner Flughafens stößt dem Lufthansa-Management sauer auf. Gegenüber der Rheinischen Post erklärte Personalvorstand Stefan Lauer, dass das Aus für die geplante dritte Startbahn in der Isar-Metropole vor allem mit dem Einsatz größerer Maschinen abgefedert werden soll. Lauer macht es aber "nachdenklich, dass sich in der Bundesrepublik inzwischen ein sehr problematisches Klima gegen Infrastrukturprojekte aufbaut. Nicht nur in München."

Stellenabbau im Inland

Die Lufthansa setzt nicht zuletzt deshalb auf den Ausbau des Geschäfts im Ausland. Dort will die Kranich-Airline Dienstleistungen im Bereich Finanzen und Personal zusammenführen. Im Inland sollen hingegen 2.500 Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Schwerpunkt der Streichungen liegt in der Verwaltung. Konkrete Entscheidungen über die betroffenen Standorte sind laut Lauer aber noch nicht gefallen. Die Frage, ob sich der zuletzt gesunkene Kerosinpreis in den Büchern bemerkbar mache, verneinte Lauer. Er rechnet mit einem baldigen Anstieg der Kerosinpreise, zudem zehrt der gestiegene Dollar die Kerosinpreis-Entlastung zu einem Großteil wieder auf.

In Position

Der rigorose Sparkurs der Lufthansa wird sich positiv in der Bilanz auswirken. Nach den anhaltenden Kursrückgängen notiert die Lufthansa-Aktie mittlerweile deutlich unter Wert. Das Kursziel bleibt daher auf 14 Euro. Auf dem vergünstigten Niveau ist die Lufthansa-Aktie ein Kauf.