Es könnte heute wieder spannend werden bei der Hauptversammlung der Lufthansa. Denn gestern lief eine interessante Meldung über die Ticker: Demnach hat Klaus-Michael Kühne seine Beteiligung am MDAX-Konzern die Schwelle von 20 Prozent überschritten. Bislang hatte die Kühne Holding noch rund 15 Prozent an der Lufthansa gehalten.
Heute versammeln sich die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG indes erstmals seit 2019 wieder zu einer Hauptversammlung in Präsenz. Auf dem Programm in der Frankfurter Messe stehen unter anderem Neuwahlen für den Aufsichtsrat. Neben der geplanten Wiederwahl von Karl Gernandt stellen sich erstmals Bayer -Finanzchef Wolfgang Nickl und Ex-Eon -Chef Johannes Teyssen dem Votum der Aktionäre. Gernandt vertritt die Holding des Großaktionärs Michael Kühne.
Teyssen soll im Anschluss an die Versammlung zum neuen Aufsichtsratschef in der Nachfolge von Karl-Ludwig Kley gewählt werden. Über diese Personalie entscheiden nicht die Anteilseigner, sondern der neue Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung, die ebenfalls für Dienstag geplant ist.
Vorstandschef Carsten Spohr muss den Eigentümern erklären, warum 2025 trotz eines Rekordumsatzes von 39,6 Milliarden Euro nur 1,34 Milliarden Euro Gewinn hängengeblieben sind. Die British-Airways-Mutter IAG, aber auch Air France/KLM waren deutlich profitabler unterwegs. Immerhin soll die Dividende für die Aktionäre des MDax -Unternehmens um zehn Prozent auf 33 Cent je Aktie steigen.
In einer vorab verbreiteten Rede sorgt sich Henrik Pontzen von der genossenschaftlichen Union Investment um die Krisenfestigkeit des MDax-Konzerns, wenn die Golf-Airlines ins Geschäft zurückkehren und teures Kerosin die Preise treibt. Er stärkt dem Management im streikbelasteten Tarifkonflikt mit den Crews zwar den Rücken, verlangt aber gleichzeitig eine Abkehr von der Strategie, die hohen Tariflöhne bei der Kerngesellschaft Lufthansa mit neuen Tochtergesellschaften zu umgehen. "Das schafft nur neue, teure Doppelstrukturen und zerstört das Vertrauen", erklärt der Bank-Manager.
Ihre Sicht der Dinge wollen Flugbegleiter der Kabinengewerkschaft Ufo bei einer Kundgebung vor dem Veranstaltungslokal mit den Aktionären teilen.
Trotz der aktuell schwierigen Lage im Luftfahrtsektor schlägt sich die Lufthansa relativ wacker. Auch das Chartbild präsentiert sich in einer relativ robusten Lage. Das strategisch gut aufgestellte Unternehmen mit solider Bilanz ist mit einem KGV von gerade einmal 7 immer noch sehr günstig bewertet. Darüber hinaus lockt die stattliche Dividendenrendite von vier Prozent. Der Stoppkurs kann bei 5,50 Euro belassen werden.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 07:10