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29.05.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa: Das könnte der Aktie helfen

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Deutsche Lufthansa

Der Druck der deutschen Regierung auf die EU-Kommission, die Auflagen für eine Genehmigung der enormen Staatshilfen für die Lufthansa möglichst gering zu halten, steigt weiter. Nachdem sich bereits einige andere Unionspolitiker dazu geäußert hatten, versucht nun auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Einfluss zu nehmen. Der Aktie könnte der politische Druck helfen.

So hat Scheuer die EU-Kommission aufgefordert, bei dem staatlichen Rettungspaket für die Lufthansa auf Auflagen zu verzichten. "Die EU-Kommission muss die Einschränkungen für die Lufthansa verwerfen und genauso unkompliziert agieren wie beispielsweise mit Air France oder Alitalia", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch Frankreich und Italien stützen ihre nationalen Fluggesellschaften in der Corona-Krise mit Milliardenhilfen. Die Wettbewerbshüter hatten den Rettungsplänen für Air France und Alitalia zugestimmt - im Fall des europäischen Marktführers Lufthansa besteht Brüssel dem Vernehmen nach auf Abgabe von einem Dutzend Flugzeugen samt wertvoller Start- und Landerechte an den Flughäfen Frankfurt und München an Wettbewerber.

Wohl keine Entscheidung vor Pfingsten

Die Bundesregierung will die in der Coronakrise schwer angeschlagene Lufthansa mit einem neun Milliarden Euro umfassenden Hilfspaket stützen. Die EU-Kommission soll Wettbewerbsverzerrungen im Zuge von Staatshilfen verhindern. Der Aufsichtsrat der Lufthansa hat dem Rettungspakt bisher noch nicht zugestimmt. Als Grund nannte das Unternehmen mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte überprüfen könnte. Die Bundesregierung rechnet bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission nach dpa-Informationen erst nach Pfingsten mit einem Ergebnis.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), wirft der EU-Kommission vor, mit Auflagen für das Rettungspaket ein europäisches Unternehmen zu gefährden. "Das Verhalten der Europäischen Kommission ist sehr irritierend", sagte Brinkhaus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Es geht schließlich darum, europäische Weltmarktspieler am Leben zu erhalten. Die Frage ist, ob Lufthansa gegenüber Konkurrenten auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig bleibt." Brinkhaus nannte es nachvollziehbar, dass die Lufthansa ihre Entscheidung verschoben hat.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Auch das Rettungspaket hätte für die Aktionäre zwar den ein oder anderen Nachteil, es dürfte aber in jedem Fall kursschonender sein als die Alternative, eine Kapitalerhöhung ohne staatliche Unterstützung durchführen zu müssen. Aufgrund der Eigenkapitalhilfen für ein in Deutschland marktbeherrschendes Unternehmen wird die Kommission aber wohl sicher die ein oder andere Auflage durchsetzen. 

DER AKTIONÄR rät aufgrund der vielen Unwägbarkeiten nach wie vor davon ab, sich bei der hochvolatilen Lufthansa-Aktie zu beteiligen - weder auf der Short- noch auf der Long-Seite. 

Mit Material von dpa-AFX

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.