13.10.2014 Michael Schröder

Leoni mit Gewinnwarnung: Kommt jetzt der finale Ausverkauf?

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Trendthema

Der Chart hat es schon vorweg genommen, nun ist es amtlich: Leoni wird die für das Geschäftsjahr 2014 bekannt gegebene Gewinnprognose voraussichtlich nicht erreichen. Das Unternehmen geht nach der heutigen Vorstandssitzung davon aus, statt des bislang geplanten EBIT von mehr als 200 Millionen Euro nunmehr nur noch mindestens 180 Millionen Euro zu erzielen.

Im dritten Quartal hat Leoni nach vorläufigen Berechnungen einen Konzernumsatz von 1,013 Milliarden Euro und ein EBIT von rund 35 Millionen Euro erwirtschaftet. Wesentlicher Grund für die schwächere Entwicklung des operativen Gewinns sind starke ungeplante Belastungen durch Neuanläufe im Unternehmensbereich "Wiring Systems", welche sich bereits im zweiten Quartal negativ ausgewirkt hatten. In Summe haben außerplanmäßige Kosten das Konzern-EBIT im zweiten und dritten Quartal um rund 15 Millionen Euro geschmälert.

Die ergebnismindernden Effekte traten nach dem Wirksamwerden von Gegenmaßnahmen im Monat September nicht mehr auf. Leoni geht davon aus, dass das vierten Quartal plankonform verlaufen wird. Eine Kompensierung der in den Sommermonaten erlittenen EBIT-Einbußen ist jedoch nicht möglich.

An seinem Ziel, 2014 einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro zu erreichen, hält das Unternehmen fest. Auch seine Mittelfristprognose bleibt unberührt; demnach werden für das Jahr 2016 ein Umsatz von funf Milliarden Euro und eine EBIT-Marge von sieben Prozent erwartet.

Seit dem Hoch Anfang Juli ist die Leoni-Aktie deutlich unter die Räder gekommen. Es kommt daher nicht wirklich überraschend, dass Vorstandschef Klaus Probst nun doch nicht mehr an den Prognosen für das Gesamtjahr festgehalten kann. Heute gab es zwar erste Anzeichen für eine mögliche Gegenbewegung. Aber: Da die Mittelfristprognose unberührt bleibt, bietet sich Anlegern nach einer wahrscheinlichen weiteren Beschleunigung der Talfahrt bis in den Bereich um 30 Euro, ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis zum langfrisitg ausgerichteten Einstieg. Eine umfassende Berichterstattung zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2014 wird planmäßig am 11. November erfolgen.

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