10 bullenstarke Aktien für den Renditekick
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03.07.2015 Thomas Bergmann

Ja oder nein - noch 48 Stunden bis zur Entscheidung

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Am Sonntag sollen die Griechen entscheiden, ob sie den Sparplänen der internationalen Geldgeber zustimmen oder nicht. Welche Konsequenzen ein "Nein" der Bevölkerung nach sich zieht, lässt sich schwer ausmalen. Und selbst bei einem "Ja" in Verbindung mit einem möglichen Rücktritt der Regierung Tsipras sind die Probleme nicht vom Tisch. Ob das umstrittene Referendum überhaupt wie geplant am Sonntag stattfindet, will Griechenlands Staatsrat - das oberste Verwaltungsgericht des Landes - an diesem Freitag entscheiden.

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici rief die Griechen auf, "Ja" zum Sparkurs zu sagen. "Wir müssen die Gespräche mit Griechenland einen Tag nach dem Referendum wieder aufnehmen", sagte er am Donnerstag in Brüssel. Ein "Nein" würde diese Verhandlungen viel komplizierter machen, mahnte Moscovici. Athen brauche aber weitere internationale Hilfe: "Griechenlands Finanzbedarf wird ja nicht verschwinden."

50 Milliarden bis 2018

Der Internationale Währungsfonds (IWF) veröffentlichte in Washington eine Schätzung, wonach Griechenland bis 2018 etwa 52 Milliarden Euro benötigt. Griechenland hatte dem IWF eine fällige Kreditrate von 1,54 Milliarden Euro nicht zurückgezahlt und ist damit von weiteren Hilfen zunächst abgeschnitten. Dem Papier zufolge, das noch nicht mit der IWF-Führung abgestimmt ist, muss allein die Eurozone bis Ende 2018 noch einmal rund 36 Milliarden Euro nachschießen. Die IWF-Experten erklärten zudem, eine Lockerung der bislang erwogenen Reformpakete würde auch einen Schuldenschnitt notwendig machen.

"Es wäre falsch anzunehmen, dass ein Nein die griechische Verhandlungsposition stärken würde", sagte Valdis Dombrovskis, der für Wirtschaft und Währung zuständige EU-Kommissions-Vizepräsident der "Welt". "Das Gegenteil ist der Fall."

Grexit rechtlich nicht möglich

Zuvor hatte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem ein Ausscheiden der Griechen aus der Eurozone ins Gespräch gebracht. Obwohl ein solcher "Grexit" rechtlich gar nicht vorgesehen ist, sagte Dijsselbloem in Den Haag: Bei einem "Nein" zum Sparkurs fehle nicht nur die Grundlage für ein neues Hilfsprogramm, "sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt". Der Vorsitzende der Euroländer-Finanzminister fügte hinzu: "Das ist die fundamentale Frage, um die es tatsächlich geht."

Knappes Rennen

Einer Umfrage zufolge zeichnet sich bei dem Volksentscheid ein knappes Rennen ab. 47,1 Prozent der Befragten würden demnach "Ja" sagen. 43,2 Prozent wären gegen die unlängst von den internationalen Gläubigern des Landes geforderten Reformschritte, ergab die Befragung von 1.000 Griechen im Auftrag der Zeitung "Eleftheros Typos".

Zurückhaltung vor dem Wochenende

Der DAX dürfte vor der wichtigen Entscheidung keine großen Sprünge wagen. Gut möglich, dass sogar noch einige Investoren ihre Positionen reduzieren und den Index etwas nach unten ziehen. Am Montag ist alles möglich: von 500 Punkte plus bis 500 Punkte minus. Trader halten sich daher ebenfalls zurück.

(mit Material von dpa-AFX)

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