Der DAX hat am Mittwoch ein neues Rekordhoch markiert und den Tag dennoch im Minus beendet. Die US-Verbraucherpreise fielen wie erwartet aus, an der Wall Street trieben starke KI-Ausblicke den Nasdaq, während der Dow leicht nachgab. Für den Donnerstag zeichnen sich vor dem US-Erzeugerpreisen am Nachmittag weitere Gewinne ab.
Der Dax ist am Mittwoch mit der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise bis auf 26.573 Punkte gestiegen und hat damit ein neues Rekordhoch markiert. Die Gewinne bröckelten danach ab, der Leitindex schloss 0,23 Prozent tiefer bei 26.331 Punkten. Das Jahresplus des DAX liegt bei gut sieben Prozent. Für den heutigen Handelstag taxiert der Online-Broker IG das Börsenbarometer rund 0,3 Prozent höher bei 26.413 Zählern.
Im Rest der DAX-Familie entwickelten sich die Kurse uneinheitlich: Der MDAX legte um 0,34 Prozent auf 32.335 Punkte zu, der TecDAX gab 0,6 Prozent auf rund 4.068 Zähler nach, der SDAX verlor rund 0,4 Prozent auf rund 18.503 Punkte.
Die Großwetterlage wird weiter vom Iran-Krieg bestimmt, doch frische US-Konjunkturdaten wogen zur Wochenmitte stärker als die Nachrichten rund um den Nahost-Konflikt. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli um 3,4 Prozent nach 3,5 Prozent im Juni und trafen damit genau den Konsens; der Druck auf die Notenbank, die Zinsen wieder anzuheben, wächst vorerst nicht.
Parallel gab es weitere Anzeichen einer Entspannung in Nahost, der Ölpreis trat auf der Stelle, statt weiter zu steigen. Damit verschiebt sich die Frage von der Inflation zur Gewinnentwicklung. Genau hier liegt das Augenmerk der Anleger für den heutigen Handelstag: Die Berichtssaison neigt sich dem Ende zu, und wenn der nächste Impuls fehlt, fehlt auf diesem Niveau auch die Begründung für neue Rekorde.
US-Börsen weiter im Rally-Modus
Gute Prognosen aus dem Technologiesektor haben am Mittwoch die Stimmung im KI- und Halbleiterbereich gehoben. Der Nasdaq 100 gewann 0,74 Prozent auf 29.742 Punkte, der S&P 500 stieg um 0,26 Prozent auf 7.748 Zähler und näherte sich damit wieder seinem Rekord. Der Dow Jones fiel dagegen um 0,04 Prozent auf 53.770 Punkte.
Getragen wurde der Handel von CoreWeave mit einem Kurssprung von rund 20 Prozent nach Quartalszahlen und von Super Micro Computer mit einem Plus von knapp 15 Prozent nach einer angehobenen Umsatzprognose. Die Renditen am US-Anleihemarkt gaben nach den Inflationsdaten nach. Nachbörslich legte zudem Cisco Quartalszahlen vor. Trotz der starken Resultate – Gewinn je Aktie und Umsatz lagen über den Erwartungen – sowie einer angehobenen Prognose nahmen die Anleger nach dem zuvor starken Kursanstieg Gewinne mit.
Bullen treiben Asien-Börsen an
Die Börsen in Asien haben am Morgen überwiegend deutlich zugelegt. Besonders kräftig fiel das Plus in Südkorea aus, wo der Kospi um 4,45 Prozent anzog. Auch der japanische Nikkei 225 gewann 1,73 Prozent hinzu, während der CSI 300 und der Hang Seng ebenfalls im Plus notierten.
Ölpreis knapp unter 90 Dollar
Der Ölpreis trat am Mittwoch weitgehend auf der Stelle, Brent notierte am Abend bei rund 88,80 Dollar je Fass und damit 0,2 Prozent tiefer. Am Donnerstagmorgen kostet ein Barrel Brent 88,86 Dollar und damit geringfügig mehr. Die US-Sorte WTI verbilligt sich dagegen um 22 Cent auf 83,05 Dollar je Barrel.
Gold schwächelt, Bitcoin zieht an
Gold zog zur Wochenmitte um gut ein Prozent auf rund 4.424 Dollar je Feinunze an. Zuletzt kostete das Edelmetall mit 4.397 Dollar etwas weniger. Aufwärts geht es dagegen beim Bitcoin, dieser klettert auf 24-Stunden-Sicht um 0,3 Prozent auf 63.608 Dollar.
US-Erzeugerpreise voraus
Auf der Konjunkturseite steht um 14:30 Uhr die Veröffentlichung der US-Erzeugerpreise auf der Agenda. Ökonomen erwarten im Vorfeld einen Anstieg um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allerdings würde sich der Anstieg gegenüber dem Vormonat abschwächen, nachdem das Plus im Vormonat 5,5 Prozent betragen hatte.
RWE und Thyssenkrupp mit Zahlen
Aus dem DAX legt RWE um 7.00 Uhr detaillierte Zahlen zum zweiten Quartal vor, Pressekonferenz um 10.00 Uhr, Analystencall um 13.00 Uhr. Thyssenkrupp berichtet zum dritten Quartal, Pressekonferenz um 9.00 Uhr, Analystencall um 11.00 Uhr. Aus der zweiten und dritten Reihe kommen HelloFresh, Ströer, Grenke, Sixt, Hapag-Lloyd, Evotec, SMA Solar, Deutsche Pfandbriefbank, Secunet, Friedrich Vorwerk, Wacker Neuson, Cewe, PNE, Jost Werke und Eckert & Ziegler. Fraport meldet die Verkehrszahlen für Juli. International berichten Adyen, A.P. Moller-Maersk, Birkenstock und Applied Materials.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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