Der US-Rivale verfehlt die Umsatzerwartung und kappt den Ausblick. Für Adidas steckt darin eine gute und eine weniger gute Nachricht – am 29. Oktober folgen die eigenen Zahlen.
Nike hat am Donnerstagabend geliefert, was der Markt befürchtet hatte – und noch etwas mehr. Der Umsatz schrumpft, der Ausblick fällt deutlich schwächer aus als erwartet, die Aktie verliert nachbörslich mehr als acht Prozent. Für Adidas ist das die wichtigste Vorgabe vor den eigenen Zahlen.
Adidas: Was Nike gemeldet hat
Im ersten Geschäftsquartal sank der Nike-Umsatz um vier Prozent auf 11,21 Milliarden Dollar; Analysten hatten mit 11,32 Milliarden gerechnet. Am schwersten wiegt China: Dort brach das Geschäft währungsbereinigt um 26 Prozent ein, während Adidas dort im Q2 um 15 Prozent zulegte. Für das Gesamtjahr stellt Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht, der Druck soll bis ins Geschäftsjahr 2028 anhalten. Adidas peilt für 2026 dagegen ein währungsbereinigtes Plus von neun bis zehn Prozent an.
Naheliegend: Der Marktführer räumt auf, der Herausforderer gewinnt Anteile. Nike nimmt Klassiker wie den Dunk zurück und bereinigt den Handel in China – Regalfläche, um die Adidas kämpfen kann. Aber: Nike verlor auch in Europa fünf Prozent – in jener Region, in der Adidas im Q2 mit sechs Prozent am langsamsten wuchs. Zudem wächst Nike im Laufgeschäft, wo Adidas sein Wachstum holt, zweistellig und greift im Basketball mit der neuen Kollektion von Caitlin Clark an. Schwäche beim Rivalen kann auch Nachfrageschwäche sein.
Die Adidas-Aktie schloss am Donnerstag auf Xetra bei 143 Euro und damit 1,82 Prozent tiefer – noch vor den Nike-Zahlen. Der nächste Widerstand liegt an der 150-Euro-Marke, rund fünf Prozent über dem Schlusskurs; dort scheiterte der Kurs im September. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 156 Euro und damit klar darüber. Unterstützung bieten die letzten Tiefs um 139 Euro. Fällt die Aktie darunter, rückt das 52-Wochen-Tief bei 130 Euro in den Blick.
Ob Nikes Schwäche für Adidas Rückenwind oder Vorbote ist, zeigt sich am 29. Oktober mit den Q3-Zahlen. Adidas und Nike sind beides keine laufenden Empfehlungen des AKTIONÄR.
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