Der DAX wird vorbörslich auf 25.012 Punkte und damit 0,3 Prozent höher erwartet. Am Donnerstag verlor der Leitindex 1,0 Prozent auf 24.939 Punkte und schloss damit so tief wie seit Ende Juli nicht mehr. Nach einem schwachen Start wurde das Minus am Nachmittag zeitweise aufgeholt, ehe schwächere US-Börsen die Kurse erneut drückten.
Der MDAX fiel um 1,9 Prozent auf 30.251 Punkte. Taktgeber bleibt der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Donnerstag im Hoch auf 5,34 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit April 2002, die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,62 Prozent so hoch wie seit 2008 nicht mehr. Entlastung kam erst nach dem Xetra-Schluss: Fed-Vizechef Philip Jefferson sagte, er sehe keine Eile für eine weitere Zinserhöhung. Die US-Rendite fiel daraufhin auf 5,24 Prozent zurück.
Zwei Termine bestimmen den Tag. Um 11:00 Uhr kommt die Vorabschätzung der Verbraucherpreise in der Eurozone; erwartet wird ein Anstieg der Jahresrate auf 3,6 Prozent nach 3,2 Prozent. Um 14:30 Uhr folgt der US-Arbeitsmarktbericht für September, der erste seit der Zinserhöhung der Fed. Volkswirte rechnen mit 84.000 neuen Stellen nach 162.000 im August und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Christopher Hodge, Chefvolkswirt USA bei Natixis CIB Americas, erwartet nur 60.000 Stellen.
Von Unternehmensseite ist der Kalender dünn: Bei der EU-Kommission endet die Frist für die vertiefte Prüfung der Übernahme von Ceconomy durch JD.com.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. Heidelberg Materials lag am Ende des Handels vor Hochtief, Scout24 und SAP. Größter Verlierer war Bayer, danach Volkswagen. Auch bei Deutscher Bank, Airbus und Merck gab es deutliche Abschläge.
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich Brent am Donnerstag um mehr als vier Prozent auf 102 Dollar je Barrel. Auslöser waren Berichte, wonach China seine Kraftstoffexporte im Oktober aussetzt und die USA eine dritte Flugzeugträgergruppe in den Nahen Osten verlegen. Gold notierte in der Nacht bei 4.177 Dollar je Unze, der Bitcoin bei rund 84.600 Dollar.
An der Wall Street reichte es nach schwachem Start für ein kleines Plus. Der Dow Jones schloss nahezu unverändert bei 50.927 Punkten, der S&P 500 gewann 0,2 Prozent auf 7.666 Punkte, der Nasdaq 100 stieg um 0,3 Prozent auf 30.501 Punkte. Nachbörslich fiel Nike um rund acht Prozent: Der Konzern übertraf mit 48 Cent je Aktie die Gewinnerwartung, stellte für das Gesamtjahr aber einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das rückt heute auch Adidas und Puma in den Blick.
In Asien gab der Nikkei 225 nach dem Sprung vom Donnerstag nach und notierte zur Mittagspause 0,9 Prozent tiefer bei 68.327 Punkten.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
Heute, 06:44
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